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Smart in volatilen Zeiten

Smart in volatilen Zeiten

Quelle: Anja Mahlstedt

SMART sollen Ziele sein, damit sie erreicht werden können. Doch in einer Welt, die volatil ist, die sich ständig verändert und in der das Ziel vom Jahresanfang schon im 2. Quartal überholt ist, reicht das nicht mehr aus. Die bekannte Zielformel sollte daher um eine weitere SMARTe Begrifflichkeit ergänzt werden – simpel, mutig, agil, reverse und transparent.


„Ob ich heute hier bin oder nicht, was macht das für einen Unterschied?“ „Das haben die sich wieder mal am grünen Tisch ausgedacht!“ Diese Sätze stammen von Mitarbeitern und Führungskräften, die das Ziel hinter einer Aktion nicht wirklich kennen.

Sie kommen von Mitarbeitern mit denen Jahresgespräche geführt werden, die kein wirklicher Dialog sind. Sie werden häufig nur deshalb geführt, weil die Personalabteilung in ein paar Wochen nachfragen wird. Das hat weder für die Führungskraft noch für den Mitarbeiter einen hohen Unterhaltungswert. Ganz im Gegenteil: Eswird lediglich ein Gespräch nach einem vorgegebenen Schema abgearbeitet. Für echte Entwicklung, neue Ideen oder das Besprechen von Fehlern (aus denen gelernt werden darf) ist hier kaum Raum. Und wenn sich die Ziele dann noch unterjährig verändern ohne dass es eine Zielanpassung gibt, dann ist der Sinn solcher Mitarbeiterjahresgespräche höchst fragwürdig. Was also anders machen?

Spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sollen die Ziele sein, damit sie erreicht werden können. Soweit so richtig! Doch in einer Welt, die volatil ist, die sich ständig verändert und in der das Ziel vom Jahresanfang schon im 2. Quartal überholt ist, reicht das nicht mehr aus. Die alt bekannte Zielformel sollte daher um eine weitere SMARTe Begrifflichkeitergänzt werden: sinnvoll, mutig, agil, reserse und transparent.

Die alt bekannte SMART Zielformel sollte um eine weitere SMARTe Begrifflichkeitergänzt werden: sinnvoll, mutig, agil, reserse und transparent. Klick um zu Tweeten

S spezifisch & sinnvoll
Das neue zusätzliche S steht für „sinnvoll“.Gut gemachte Visionen und daraus abgeleitete Zielegeben Orientierung, und zwar langfristig. Die Mitarbeiter wissen durch die Vision, die Mission und die Strategie, was von ihnen erwartet wird und wie sich das Unternehmen langfristig ausrichten möchte:

  • Vision: Wer sind wir, wenn wir unsere Vision erreicht haben?
  • Mission: Was ist der tiefere Sinn unseres Handelns?
  • Strategie: Wie kommen wir dahin, wo wir hin wollen?

Führungskräfte wünschen sich mehr „Unternehmertum“ von ihren Mitarbeitern: Mehr Eigeninitiative, mehr innovative Ideen und vorausschauendes Handeln. Doch ohne eine Vision, die nicht mit jedem neuen Vorstand wieder abgelöst wird sowie der Bereitschaft des Managements, das eigene Handeln wirklich sichtbar für die Mitarbeiter daran auszurichten, bleibt dieser Wunsch schwer umsetzbar. Woran soll ich mein Tun ausrichten, wenn die Orientierung und damit die Sicherheit fehlen?

M messbar & mutig
Das neue zusätzliche M steht für „mutig“: Die Komfortzone verlassen und Sicherheitsdenken vermeiden. Bei Google gilt eine Quote von 60 bis 70 Prozent bei der Zielerreichung als optimal. Dies ist natürlich nur möglich, wenn die Zielerreichung nicht an den Bonus oder die Beförderung geknüpft ist. Vielmehr sollte gemeinsam hingeschaut werden, welche Gründe es für das mögliche Scheitern gab und wie im nächsten Schritt damit umgegangen werden kann.

Bei Google gilt eine Quote von 60 bis 70 Prozent bei der Zielerreichung als optimal. Dies ist nur möglich, wenn die Zielerreichung nicht an den Bonus oder die Beförderung geknüpft ist. Klick um zu Tweeten

A attraktiv & agil
Dies gilt es dann positiv zu formulieren (dafür stehtdas A von „attraktiv“), denn so funktioniert nun einmal unser Gehirn. Um einen Sog zu erzeugen und unsere Energien zu mobilisieren, will unser Gehirn wissen, worauf es seine Aufmerksamkeit richten soll. Also hin zu etwas Neuem statt weg von etwas nicht Funktionierendem.

Das neue zusätzliche A steht für „agil“: Geschäftsführung und Führungskräfte sind dafür da, die Zusammenarbeit zu organisieren, zu entwickeln und immer wieder Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, neue Herausforderungen und sich verändernde Anforderungen zu bedienen. Das gilt auch für die Zielsetzung. Bleiben Sie im Gespräch mit Ihren Mitarbeitern, sorgen Sie dafür, dass diese sich selbst ambitionierte Ziele setzen können. So wie bei der agilen Methode Scum das Sprint Ziel für den entsprechenden Sprint vom Team selbst definiert wird.

R realistisch & rerverse
Damit wird es vom Team und dem jeweiligen Mitarbeiter dann auch als „realistisch“ eingeschätzt (dafür steht das R). Ein Killer für die Zielerreichung sind von oben gesetzte Ziele, die den Mitarbeitern so unrealistisch erscheinen, dass sie direkt in die innere Kündigung gehen. „Das letzte Ziel war ja schon unrealistisch. Wir haben wirklich alles mobilisiert und es tatsächlich nur noch durch einen enormen Kraftakt zu Lasten unserer Qualität hinbekommen. Jetzt noch mal 20% Zuwachs, wo soll das denn herkommen?“

Das neue zusätzliche R steht deshalb für „reverse“. Ziele sollten nicht im Sinne einer Einbahnstraße von oben herunter gebrochen werden, sondern sie wollen verhandelt sein. Jeder Mitarbeiter sollte sich selbst fragen, wie er in seinem Wirkungskreis am besten zum Unternehmenserfolg beziehungsweise zu übergeordneten Zielen beitragen kann – und seine Ideen mit seinem Vorgesetzen abstimmen. Damit das gelingen kann, ist Transparenz notwendig.

T terminiert & transparent
Dafür steht das neue T. So sind z.B. bei Google die Ziele öffentlich einsehbar, damit jeder Mitarbeiter potenziell jederzeit über die Ziele der Kollegen im Bilde ist. Wie oft passiert es im betrieblichen Kontext, dass man eine Projektidee präsentieren will, aber von wichtigen Stakeholdern keinen Zuspruch erhält. Wenn „transparent“ ist, woran die Kollegen arbeiten, welche Schwierigkeiten ihnen dabei begegnen und wie die eigene Arbeit zu den Unternehmenszielen beiträgt, dann kann dies Werte wie Sinn, Sicherheit und Zugehörigkeit stärken.

Und sind es nicht genau diese Werte, die gestärkt werden müssen, um den Herausforderungen zu begegnen, die die Digitalisierung oftmals so bedrohlicher scheinen lassen?


Über Anja Mahlstedt :
Autorenbild Dr. Tanja Kopp-MalekAnja Mahlstedt ist Keynote-Speakerin, Buch-Autorin, Fernsehmoderatorin und gefragte Beraterin zu den Themen Führung, Kommunikation und Karrieregestaltung. Sie veranstaltet regelmäßig offene Trainings zur persönlichen und beruflichen Entwicklung von Frauen. Als Business-Coach und Trainerin mit dem Unternehmen Mahlstedt Training, Coaching, Consulting arbeitet sie mit Frauen und Männern vom Top-Management bis zum Führungsnachwuchs (Bildquelle: Anja Mahlstedt).

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1 Comment

  1. Ein sehr guter Beitrag! In einem Unternehmen sollten alle zusammen als Team arbeiten. Ist aber oftmals nicht der Fall, jede Abteilung macht seins, einen richtigen Zusammenhang finden Arbeiter meist nicht, scheint mir. Jeder sollte geschätzt werden im Unternehmen, gemeinsam an Ziele und Herausforderungen arbeiten. Das miteinander ist wichtig und damit erzielt man einen hohen Unterhaltungswert, denn alle arbeiten gemeinsam an der Zukunft des Unternehmens.

    HR-Starke Jobs P. Krebs

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