Fachkräftemangel im Fokus

Quelle: Marcus Castro, unsplash

Der demografische Wandel ist real. Die Bevölkerung in Deutschland schrumpft und die Altersstruktur verändert sich dank niedriger Sterbe- und Geburtenraten und einer immer höheren Lebenserwartung hin zu einer überalterten Gesellschaft. Zu viele Rentner, zu wenig Nachwuchs. Aus dem stetigen Rückgang an Arbeitskräften entstehen Fachkräfteengpässe und aus der kurzfristigen Knappheit qualifizierter Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt wird schließlich ein Fachkräftemangel.

Von einem Fachkräftemangel sprechen wir, wenn eine langfristig anhaltende Knappheit ausgebildeter Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt entsteht. Zumeist betreffen solche Entwicklungen nicht den gesamten Arbeitsmarkt, sondern vorrangig bestimmte Branchen, Berufsgruppen oder Regionen.

Zumeist betrifft der #Fachkräftemangel nicht den gesamten #Arbeitsmarkt, sondern vorrangig bestimmte #Branchen, #Berufsgruppen oder Regionen. @wollmilchsau Klick um zu Tweeten

Doch immer wieder ist vom „Märchen des Fachkräftemangels“ zu lesen – was ist dran an der angeblichen Mangelsituation? Fehlen wirklich Fachkräfte oder liegt das Problem vielleicht im Recruiting? Ist der Fachkräftemangel eine Ausrede oder harte Realität?

Wir haben uns die Daten zur Arbeitsmarktlage angeschaut und versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen.

Die Zahlen sprechen für sich

Nach derzeitiger Bevölkerungsentwicklung ist zu erwarten, dass die Anzahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter bis 2030 um 5,6 Millionen sinken wird. Wer sich die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit genauer anschaut, sieht auch: Gleichzeitig steigen aktuell sowohl die Beschäftigung, als auch die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern. Allein zwischen April vergangenen Jahres und April diesen Jahres stieg die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen um stolze 11% auf einen neuen Höchstwert.

 

Abbildung 1: Entwicklung der Stellenausschreibungen

Entwicklung der Stellenausschreibungen

Quelle: Wollmilchsau GmbH. Datenquelle: BA – Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen (Insgesamt)

Und schon heute fehlen in verschiedenen Branchen und Regionen so viele Fachkräfte, dass von einem Fachkräftemangel gesprochen werden muss. Dazu zählen zum Beispiel Spezialisten für Hoch-, Tief-, Aus- und Trockenbau in Bayern und Baden-Württemberg sowie Brandenburg, oder Experten für die Humanmedizin in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Besonders schlimm steht es, was hinlänglich bekannt sein dürfte, um Fachkräfte und Spezialisten in der Altenpflege. Dieser Branche fehlt es nicht nur regional und kurzfristig an Arbeitskräften, sondern deutschlandweit und ohne, dass ein Ende absehbar wäre. Generell zählen Berufe im Bereich Pflege (also auch Krankenpflege, Rettungsdienste oder Geburtshilfe) zu den Feldern, in denen kaum noch qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen. In den Medien und der Politik wird daher sogar von einem „Pflegenotstand“ gesprochen.

 

Abbildung 2: Auszug aus der Fachkräfteengpassanalyse für Deutschland

Fachkräfteengpassanalyse in Detschland

Quelle: Wollmilchsau GmbH.Datenquelle: Der Arbeitsmarkt in Deutschland – Fachkräfteengpassanalyse der BA – Dezember 2017. Legende: ROT = Fachkräftemangel, GELB = Anzeichen für Fachkräfteengpässe, GRÜN = keine Anzeichen für Engpässe, GRAU = keine Daten aufgrund kleiner Größenordnungen

Dass sich die Situation verschärft, zeigt auch die Entwicklung der Vakanzzeit, also die Zeit, die es dauert, eine offene Stelle zu besetzen. Diese ist in den vergangen zwei Jahren um 19 Tage gestiegen. Im Januar 2016 waren es noch knapp 87 Tage. Mittlerweile dauert es durchschnittlich fast 106 Tage, um eine Stelle zu besetzen – also weit mehr als drei Monate!

Wie Unternehmen aktiv werden können

Ineffizient arbeitende Personalabteilungen sollten sich jedoch nicht darauf ausruhen, dass ein möglicher Fachkräfteengpass oder sogar Fachkräftemangel allein die Schuld daran trägt, dass sie ihre offenen Stellen nicht besetzen können. Es wird sicher nicht leichter, neue Mitarbeiter zu finden. Dennoch bietet die Digitalisierung auch Chancen, wenn es um die Mitarbeiterfindung geht. Um diese für sich nutzen zu können, müssen Unternehmen jedoch bereit sein, ausgetretene Pfade zu verlassen.

Es wird sicher nicht leichter, neue #Mitarbeiter zu finden. Dennoch bietet die #Digitalisierung auch #Chancen, wenn es um die #Mitarbeiterfindung geht. @wollmilchsau Klick um zu Tweeten

In einem ersten Schritt ist es unerlässlich, dass sie sicher nachvollziehen können, wieso sie nicht ausreichend Bewerber generieren können. Ohne die Implementierung von Analytics-Tools wie Google Analytics oder Matomo fischen Personaler im Trüben. Nur wenn Karriere-Webseite, Jobbörse und Bewerbungsverfahren lückenlos messbar gemacht und in einem Dashboard visualisiert werden, können Schwachstellen identifiziert und ausgebessert werden.

Im zweiten Schritt muss für eine ausreichende Bewerber-Reichweite gesorgt werden. Der Einsatz einseitiger Maßnahmen (etwa laufzeitbasierter Jobbörsen) führt angesichts der sich weiter verschärfenden Situation in vielen Branchen und Regionen nur noch in wenigen Fällen zum gewünschten Erfolg. Zeitgemäße Alternativen bestehen etwa in der Anwendung von Programmatic Job Advertising, über das Stellenanzeigen datenbasiert und vollautomatisch gezielt sowohl an passende aktive als auch passive Kandidaten ausgespielt werden können.

Der Einsatz einseitiger #Maßnahmen führt angesichts der sich weiter verschärfenden Situation in vielen #Branchen und Regionen nur noch in wenigen Fällen zum gewünschten #Erfolg. @wollmichsau Klick um zu Tweeten

Norddeutschland ahoi – Wie steht es um unseren schönen Norden?

Jan Kirchner bringt zur Zukunft Personal Nord in unserem Heimathafen Hamburg in seinem Vortrag Wie schlimm ist es wirklich? Der Fachkräftemangel in Zahlen und wie Sie damit umgehen noch mehr Zahlen und Fakten rund um das Thema Fachkräftemangel – auch speziell für Norddeutschland – und Handlungsempfehlungen mit. Dieser steigt am 15.05.2018 von 11:50 Uhr bis 12:50 Uhr im Eventforum.

Und für alle, die ihren eigenen Recruiting-Prozess mal etwas genauer unter die Lupe nehmen möchten, hält unsere Kollegin Johanna Hartz am 15.05.2018 von 14:00 bis 15:00 Uhr ihren Vortrag Die Candidate Journey: Bewerbungsprozess und Bewerberbedürfnis erfolgreich vereinen in der Expert Area. Wer außerdem die Wollmilchsau GmbH und unser Produkt Jobspreader näher kennenlernen möchte, ist jederzeit an unserem Stand G.12 in Halle A1 herzlich willkommen!


Über die Autorin:

Autorenbild Eva MatheisenEva C. Matheisen ist Bloggerin und Daten Analystin bei der Wollmilchsau GmbH in Hamburg. Im firmeneigenen Blog unter www.wollmilchsau.de/blog/ schreibt sie regelmäßig über ein breites Spektrum aktueller HR-Themen.

 

Mit der Personalmarketing-Software Jobspreader hilft das Wollmilchsau-Team Personalern dabei, ihr Online-Recruiting plan- und messbar zu machen. Dazu bringt die Programmatic-Job-Advertising-Software potenzielle Bewerber in einer vorher festgelegten Menge direkt auf die unternehmenseigene Karriereseite und die Arbeitgebermarke überall ins Netz.

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