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Was braucht die Arbeitswelt 4.0? Netzwerkdenken statt Komplexitätsverweigerung

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Was macht das Büro der Zukunft aus? Das erleben Sie in der Sonderschau „Arbeitswelten.HR“ der Zukunft Personal

Wie können wir die Komplexität der Digitalisierung verstehen? Eine menschliche Lösungsstrategie besteht darin, sie zu vereinfachen oder Teile von ihr auszublenden. Doch die digitale Transformation ist so omnipräsent, dass eine Simplifizierung problematisch wird. Konzentriert man sich nur auf wenige Aspekte, übersieht man leicht entscheidende Teile und trifft Fehlentscheidungen. Komplexität lässt sich nicht vereinfachen, selbst wenn man so tut, als existiere sie nicht. Das gilt insbesondere für den Arbeitsplatz der Zukunft. Doch wenn alles mit allem zusammenhängt, wo können wir dann ansetzen? Bei der Gestaltung von Büros, der Technik oder der Organisationsform?


Praktische menschliche Lösungskonzepte

Digital-Change-Experten empfehlen, sich zu vernetzen, in Gruppen Know-how auszutauschen, voneinander und miteinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Diese Kollaboration wird demnach ein fester Bestandteil unserer neuen Arbeitswelt 4.0. Zwar ist die Welt bereits heute ein gigantisches Online- und Offline-Netzwerk. Doch die Vernetzung, von der hier die Rede ist, geht weit über den reinen Informationsaustausch hinaus. Wir brauchen einen offenen und sozialen Wissenstransfer, der gemeinschaftliches Lernen und Arbeiten in einem agilen Umfeld möglich macht.

#arbeitenviernull Komplexität lässt sich nicht vereinfachen – auch nicht beim Arbeitsplatz @BarbaraBraehmer Klick um zu Tweeten

Wie läuft die praktische Anpassung durch Lernen und Verstehen?

Nicht nur die Arbeit, sondern unser gesamtes Leben und Lernen wird immer mobiler. Da wir immer häufiger mobile Endgeräte nutzen, lösen sich die Orte, an denen Menschen sich austauschen und lernen, immer mehr auf und werden virtuell: Das Know-how sprießt in kleineren, vielfältigeren Wissens-Einheiten und ist zunehmend an verschiedenen (Online-)Orten verstreut. Informationen zu finden wird zu einer besonders wertvollen Kompetenz. Wissensarbeiter müssen in der Arbeitswelt 4.0 in der Lage sein, benötigte Information möglichst schnell aufzuspüren – und deshalb brauchen sie neue Software-Tools, die sie dabei unterstützen.

Somit verlagert sich die Zusammenarbeit immer stärker ins Netz. „Arbeit“ findet immer weniger im Büro oder im direkten Arbeitsumfeld statt, sondern in Netzwerken. Als Konsequenz verschwimmen  die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem zusehends. Dies gilt auch für die Produktion: Immer mehr Aufgaben in den Fabriken werden von Robotern übernommen, die sich von Zuhause und künftig sogar vom Mobiltelefon aus steuern lassen.

Wie sieht eine moderne, zukünftige Organisation aus?

Starre Strukturen oder auf Top-Down basierende klassische Organisationsformen werden durch die virtuelle, mobile Zusammenarbeit aufgeweicht. Gleichzeitig benötigen die Mitarbeiter neue Arbeitsmittel und ganz neue Arbeitsumgebungen, die diese Zusammenarbeit fördern.

#arbeiten40 Wer ein neues Büro baut, ohne Prozesse anzupassen, tappt in die Simplizitätsfalle @BarbaraBraehmer Klick um zu Tweeten

Aber echte Kollaboration fällt nicht vom Himmel. Jeder weiß, dass man Menschen nicht per Anweisung oder allein durch eine neue Büroumgebung zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit bringt. Wer neue Arbeitsmittel einführt oder ein modernes Büro baut ohne bestehende Prozesse anzupassen, tappt allzu leicht in die Simplizitätsfalle. Meist ist dieser Weg zum Scheitern verurteilt.

Tools und Prozesse aufeinander abstimmen

Schnell wird offensichtlich: Wenn man die Arbeitsplätze, Arbeitsmittel und Prozesse nicht aufeinander abstimmt, nimmt der administrative Abstimmungsaufwand überhand. Ständige Rückfragen, was wie zu tun ist, sind Sand im Getriebe und sorgen für Demotivation. Deshalb ist eine der wichtigsten Regeln für eine neue Arbeitswelt: Tools und Prozesse müssen aufeinander abgestimmt sein.

Dabei kommt eine zusätzliche Herausforderung ins Spiel: Wenn der Arbeitsplatz keine räumlichen Grenzen mehr kennt und immer mehr durch mobile und virtuelle Orte ersetzt wird, führt dies zu einer Individualisierung von Arbeit. Das Zusammengehörigkeitsgefühl als Unternehmen sinkt, wenn man nicht geschickt gegensteuert. Die Digitalisierung ist dabei Problem und Lösung zugleich – zum Beispiel in Form von Informationen und Kommunikation im Intranet. Ein Allheilmittel sind aber auch solche Informationsdienste nicht. Sie erfordern sehr viel Fingerspitzengefühl. Denn wer Technik nicht richtig einsetzt, beschleunigt nur Distanz zwischen Mitarbeitern, Teams und Abteilungen.

#zukunftderarbeit Wer Technik falsch einsetzt, beschleunigt die Distanz zwischen Mitarbeitern @BarbaraBraehmer Klick um zu Tweeten

Tschüs Einzelarbeitsplatz – Hallo Cloudlösung

Schon heute wird fast alles „geshart“, also geteilt und online weitergeleitet. Das hilft im Wissensmanagement. Denn die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse sind angesichts der zu bewältigenden Komplexität besser als Einzelergebnisse. Wie Microsoft es nennt: „Goodbye BYOD“ (Bring your own device) – die individuellen, lokalen Speicherplätze verschwinden zu Gunsten überall via Internet synchronisierbarer Daten und Informationen. Allerdings schafft die zunehmende Vernetzung ein neues Problem: Auch Maschinen werden Teil dieses Systems. Die neuen „Kollegen“ müssen integriert werden. So rücken Sicherheitstechnik, Persönlichkeitsrechte und Datenschutz in den Fokus und fordern schnelle, flexible, visionäre Lösungen.

So geht’s: weg von der Technologie hin zum Menschen

Intelligente Algorithmen helfen zwar dabei, die Kommunikation am Arbeitsplatz zu verbessern und zu gestalten. Mit ihrer Hilfe können wir nicht nur Informationen austauschen, sondern auch die richtigen Informationen finden – und das ist angesichts der Dimension von Big Data immer wichtiger. Die sogenannten „Bots“ unterstützen auch Personalmanager: Sie werden in Zukunft mit Bewerbern oder Mitarbeitern chatten, wenn sie Fragen zu offenen Stellen haben. Oder die Bots führen sogar Online-Assessments durch.

Sie werden lineare und wiederholbare Tätigkeiten übernehmen und sicherlich einiges davon besser und mit weniger Fehlern machen als Menschen. Sie helfen uns dabei, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: auf das menschliche Miteinander, das Nicht-Lineare und die Kreativität.


Über die Autorin

Barbara-Braehmer_onlineBarbara Braehmer ist pragmatische Talentfinderin (Expertin im ‚Finden‘ talentierter Mitarbeiter), Social Recruiting Coach, Master-Sourcerin, HR-Data-Analystin und Bloggerin. Nach 20 Jahren HR-Berufserfahrung sowohl als langjährige Personalmanagerin als auch Personalberaterin gründete sie 2005 die Intercessio GmbH The Talentfinder Company. Intercessio ist ein Recruiting-Consulting- und Service-Unternehmen sowie eine Trainings-Akademie für HR, Recruiting und Sourcing.

Treffen Sie Barbara Braehmer auf der Messe Zukunft Personal: Sie gestaltet zusammen mit vielen anderen Unternehmen die Sonderschau „Arbeitswelten.HR“, die das Büro der Zukunft erlebbar macht. Dahinter steckt ein kluges Konzept, das die neuen Möglichkeiten und Arbeitswirklichkeiten LIVE in konkreten Anwendung veranschaulicht – von Digital Learning bis Work-Life-Integration.

Oder machen Sie mit bei Barbara Braehmers „Meet the Blogger“-Session zum Thema: „Sourcing Tool Time – für Sourcing Praktiker und solche, die es werden wollen“ – am Donnerstag, 20. Oktober 2016, von 10 bis 11 Uhr in der Blogger Lounge (Halle 2.1, Stand V.O5).

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3 Comments

  1. Typischerweise wird die Digitalisierung der Arbeitswelt ausschließend positiv angesehen. Außerhalb dieser Mainstream-Meinung gibt es Nachweise, dass es in einzelnen Branchen auch negative Auswirkungen hat. Betroffen sind am stärksten Frauen, die in Buchhaltung, Sekretariat oder an der Kasse arbeiten. Eine der wenigen Quellen, die darüber berichtet: https://www.betriebsrat.de/portal/nachrichten/digitale-revolution-gefaehrdet-jobs-von-frauen.html. Die Jobs in diesen Branchen, die üblicherweise von Frauen besetzt sind, werden durch Algorithmen ersetzt und die entsprechenden Stellen werden abgebaut.

  2. Menschliche Lösungskonzepte haben eine „Möglichkeit“, die Missverständnisse verursachen zu können. Jedoch ist es ratsam, diese zuzuführen.

  3. In der Zukunft wird sich der Arbeitsalltag wahrscheinlich stark verändern. Das Arbeitsmodell, das die meisten Arbeitnehmer heute kennen, wird es nicht mehr ewig geben. Klar, in irgendeiner Form werden klassische Gegenstände der Büro Einrichtung wie der Schreibtisch, der Bürostuhl und die Büro Leuchte noch eine Rolle spielen… Aber vom Büroalltag mit 9 to 5 Arbeitszeiten muss man sich verabschieden. Die Arbeitsformen werden freier und man kann wahrscheinlich auch mehr von zu Hause am Schreibtisch oder am Stehpult arbeiten.

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