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Foto: perbit

Die Technik hat viele neue Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung und Zusammenarbeit eröffnet: Die Mitarbeiter haben nicht mehr zwangsläufig einen festen Arbeitsplatz im Unternehmen, sondern arbeiten mit ihren mobilen Endgeräten dort, wo sie sich gerade aufhalten: beim Kunden, im Zug oder im Homeoffice (siehe Studie „Mobiles Arbeiten“). Und sie arbeiten, wann es am besten passt: wenn der Geschäftspartner in den USA im Büro ist oder wenn die eigene Kinderbetreuung greift. Und zukünftig warten noch zahlreiche Umbrüche auf die Beschäftigten: Kollege Roboter und Künstliche Intelligenz sind auf dem Vormarsch. In dieser neuen Arbeitswelt sucht HR oft noch nach der eigenen Positionierung. Eine Chance dafür ist das Konzept der „HR Identity“.


Erst sehr wenige Unternehmen haben Organisationsstrukturen geschaffen, mit deren Hilfe sich die Möglichkeiten von Digitalisierung und Arbeiten 4.0 entfalten können – innerhalb der eigenen Belegschaften sowie bei Interessenten und Bewerbern. Wie viele Unternehmen bereiten ihre Mitarbeiter auf die neuen Prozesse vor? Wie viele Firmen geben ihnen Ratschläge und Richtlinien für die Nutzung mobiler Arbeitsmöglichkeiten an die Hand? Wie wird es erst sein, wenn Roboter und Algorithmen noch stärker zum Arbeitsleben gehören?

#Digitalisierung Viele Mitarbeiter fühlen sich überfordert, wenn bisherige Strukturen und Prozesse wegfallen Klick um zu Tweeten

Meist bleibt ein wichtiger Punkt unbeachtet: Viele Mitarbeiter fühlen sich überfordert, wenn bisherige Strukturen und Prozesse wegfallen. Möglicherweise geraten dadurch die bestehende Identifizierung mit dem Unternehmen und die Freude an der eigenen Tätigkeit aus dem Gleichgewicht. Zu den Aufgaben des Personalbereichs gehört es deshalb vermehrt, den Mitarbeitern und Bewerbern Identifikationsanker bereitzustellen.

An dieser Stelle möchte ich einen Begriff erläutern, den Sie vielleicht schon in einem anderen Kontext gehört haben: „HR Identity“. Dabei geht es nicht nur darum, die eigene DNA als Personalabteilung zu finden. Die zentrale Aufgabe von HR Identity ist es, Kontinuität zu gewährleisten und den Mitarbeitern und Bewerbern mithilfe einer entsprechenden Organisationsstruktur die Identifikation mit den Veränderungsprozessen im Unternehmen zu ermöglichen: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit untereinander, mit HR und mit den Führungskräften? Welche Arbeitsbedingungen und welcher Führungsstil prägen das Unternehmen? Wie ist es um Personalentwicklung, Talentmanagement, Lohn- und Gehaltspolitik und Sozialleistungen bestellt?

#HR Identity: Zu den Aufgaben des Personalbereichs gehört es vermehrt, Mitarbeitern und Bewerbern Identifikationsanker bereitzustellen. Klick um zu Tweeten

Deutlich wird das am besten anhand eines Beispiels: Im Recruiting beschreibt HR Identity unter anderem, wie Personaler mit Bewerbern kommunizieren: Sind die Recruiter auch über Social Media oder Messenger-Dienste ansprechbar? Gibt es moderne Bewerbungsmöglichkeiten wie eine Xing-Schnittstelle oder CV Parsing? Findet ein Bewerber solche Rahmenbedingungen vor, wird er davon ausgehen, auch als Mitarbeiter ein offenes Ohr in der Personalabteilung sowie eine moderne Softwarelandschaft vorzufinden. Wichtig ist jedoch, dass das Bild, das das Unternehmen nach außen vermittelt, mit der Realität übereinstimmt. Spätestens in den ersten Tagen nach Arbeitsantritt würde ein neuer Mitarbeiter diese Diskrepanz erkennen. Mögliche Folgen sind eine Kündigung in der Probezeit oder negative Bewertungen in Social Media.

Ähnlich negativ sind die Konsequenzen, wenn die bestehende Identifikation mit dem Unternehmen und seiner Personalarbeit abrupt gestört wird. Das kann etwa dann passieren, wenn Arbeitsorganisation und Zusammenarbeit von heute auf morgen geändert werden. Die Mitarbeiter verlieren die Orientierung und der sogenannte „psychologische Kontrakt“ der Beschäftigten mit ihrem Arbeitgeber und dem HR-Bereich geht verloren. Wichtig ist deshalb, dass Veränderungen nicht zu abrupt ablaufen. Der Wandel – und das ist die zentrale Botschaft auch in Hinblick auf Arbeiten 4.0 und eine mobile Arbeitswelt – sollte evolutionär bleiben: und zwar stets im Einklang mit der Unternehmenskultur und aufbauend auf der bisherigen HR Identity.

Über die Autorin

gaby-hampelGaby Hampel ist Leiterin Marketing/PR der perbit Software GmbH. Die Diplom-Betriebswirtin studierte Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Personalmanagement. Ihr Fachwissen für Marketing und Personalmanagement bringt sie in diverse Netzwerke ein. Sie ist unter anderem im Vorstand des Marketing-Clubs Münster/Osnabrück e.V. tätig. Als Expertin für familienfreundliche Personalpolitik wird sie zudem regelmäßig eingeladen, um von der Praxis im eigenen Unternehmen zu berichten.

Wie ein Unternehmen seine HR Identity positiv prägt, erläutert Hendrik Kellermeyer, Geschäftsführer von perbit, am Mittwoch, 19. Oktober auf der Zukunft Personal. Sein Vortrag „HR Identity: Gestalten Sie die Persönlichkeit Ihrer Personalarbeit“ findet ab 15.45 Uhr in Forum 8 (Halle 3.2) statt. 

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