Breithaupt_Fritz_onlineIm Gepräch mit Prof. Dr. Fritz Breithaupt, Department of German Studies, Indiana University Bloomington (USA)

Prof. Dr. Fritz Breithaupt, Professor und Leiter des Department of Germanic Studies an der Indiana University Bloomington (USA), veröffentlichte kürzlich eine provokante These in der ZEIT: Maßgeschneiderte Computerprogramme entwickelten sich zu persönlichen Lehrern – und zwar in naher Zukunft. In spätestens zwanzig Jahren werde herkömmlicher Unterricht durch das Gespräch mit einem virtuellen Lehrer ersetzt. Der Protest ließ nicht lange auf sich warten: Lernexperten wie Prof. Ralf Lankau von der Hochschule Offenburg warnten vor manipulativen Systemen und dem Heranziehen von Sozial-Autisten. Ein Artikel in der FAZ sieht gleich das Ende des Datenschutzes und die Entmündigung als Bildungsziel: Derartige Angebote züchteten „Bildungshamster“ heran, denen nichts fehle – bis auf das Glück der Erkenntnis. Bevor Prof. Breithaupt die „Talking Method“ im Oktober auf der Messe Zukunft Personal erläutert, haben wir mit ihm über die Vor- und Nachteile solcher „Weiterbildungsbots“ gesprochen.

Herr Prof. Breithaupt, Sie sagen, der Computer werde künftig zum persönlichen Lehrer. Wie soll das denn funktionieren?

Diesen persönlichen Trainer können wir uns so ähnlich vorstellen wie Siri bei den Apple-Produkten: Über eine Software kann man ständig mit einer lehrenden Stimme in Kontakt treten und sich in dialogischer Form weiterbilden. Berühmt ist, wie Heinrich Schliemann, der Entdecker Trojas, Sprachen gelernt hat oder gelernt haben soll. Schliemann hat viele Sprachen fließend gesprochen, so dass ihn Einheimische für Muttersprachler hielten. Er hat dafür einfach mit Native Speakern geredet – ohne irgendwelches Vorwissen. Im Hin und Her des Dialogs beherrschte er die Sprache bereits nach etwa sechs Wochen fließend. Diesen Ansatz nutzt auch das neue, digitale Lernen. Man lernt durchs Reden, durch die Dialoge, dadurch, dass man Fehler macht und nicht durch das Pauken der Grammatik. Wer nur zuhört, baut sein Vokabular nur sehr viel langsamer auf als derjenige, der es sofort kritisch benutzt – und natürlich auch korrigiert wird. Das betrifft nicht nur das Lernen von Sprachen, sondern funktioniert auch bei allen anderen Themen so – in Naturwissenschaften oder bei kompliziertem Management-Wissen.

Es wird aber nicht nur diesen digitalen Lehrer als einzige Lernform geben, die alle anderen komplett ersetzt. Das wird ein schrittweiter Übergang sein und viele Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden parallel existieren.

Welche Vorteile bietet ein solches System des digitalen Lernens noch?

Dieser digitale Lehrer wird uns fortwährend über das ganze Leben begleiten. Das heißt, man geht nicht nur für eine bestimmte Zeit durch die Schule, sondern kann mit dieser einen Stimme immer weiter wachsen. Auch wenn man als 50-Jähriger im Beruf plötzlich eine bestimmte Situation hat, in der man nicht weiter weiß, kann einem die Stimme im Idealfall dabei helfen, sich zu erinnern. Der digitale Lehrer speichert, was wir früher schon einmal gelernt oder worüber wir uns unterhalten haben. Er kennt genau den Wissensstand eines Menschen und kann sich mit Beispielen darauf beziehen.

Der Computer wird vermutlich nie ganz perfekt sein, es wird sicher auch mal Quatsch dabei herauskommen. Aber sobald das System anfängt, sich zu perfektionieren, wird das Lernen absolut individualisiert. Derzeit haben wir in Schulen, Universitäten und bei sonstiger Weiterbildung ja die klassische Situation, dass ein Mensch redet – der Lehrer, Professor, Ausbilder, Trainer – und sehr viele zuhören. Entweder die Lerner kennen das meiste schon oder das Lerntempo geht ihnen zu schnell. Beim digitalen Lernen bekommt jeder das, was er gerade braucht.

Der #digitale #Lehrer wird uns das ganze Leben begleiten. Mit dieser einen Stimme können wir immer weiter wachsen. Klick um zu Tweeten

Man sitzt also nie mehr gelangweilt in Weiterbildungen, weil der Lernstoff am eigenen Bedarf vorbeigeht?

Wenn das funktioniert, dann ist das so, ja. Im 17. und 18. Jahrhundert hatten Könige und Prinzen einen Hofmeister, später gab es sowas auch in der Ausbildung für den hohen Mittelstand. Da wurde individuell gelehrt. Wer einen Lehrer hatte, der gut zuhörte und mitbekam, wo man vom Bildungsstand her war, erhielt die beste Weiterbildung, die man sich vorstellen kann.

Uns steht also eine rosige Lernzukunft bevor, wenn wir diesen digitalen Hofmeister aktivieren?

Es kommt darauf an, wie wir mit diesen neuen Systemen umgehen. Ich propagiere diese Entwicklung nicht, sondern halte das einfach für eine konsequente zwangsläufige Entwicklung. Sehen Sie sich nur den aktuellen Hype um Pokémon Go an, bei dem jeder sich nur noch mit seinem Smartphone beschäftigt. Solche Entwicklungen kann man nicht aufhalten. Es wird effizienter sein, mit einem digitalen Lehrer zu lernen und er wird viele Dinge leisten können, die wir derzeit nicht leisten. Das sehe ich ein bisschen selbstkritisch, denn der Universitätsunterricht scheitert immer noch an größeren Gruppen. Selbst im glücklichen Fall, dass wir nur 20 Studenten im Kurs haben, ist das eigentlich noch viel zu groß, wenn wir wirklich alle Leute zum Reden bringen möchten. Selbst Gruppenarbeit kann das nur teilweise ausgleichen.

Dieser digitale Lehrer muss also nur noch mit ganz vielen Daten, Wissen und Sprache gefüttert werden, um Erfahrung zu sammeln und sein Gegenüber kennenzulernen – dann ist er einsatzbereit?

Im Grunde stehen schon die wichtigsten Komponenten, die wir technisch dafür brauchen, bereit: eine gute Spracherkennung und ungeheuer viel digitales Wissen wie auf Wikipedia zum Beispiel. Was noch fehlt, sind in der Tat viele aufgenommene Lerndialoge, aus denen das System selbst lernt. Sobald Google, Coursera oder eine andere dieser MOOC-Firmen, damit anfangen, Schüler-Lehrer-Dialoge in riesigem Stil zu speichern, könnte der digitale Lehrer Realität werden. Da muss jemand noch investieren und Vorarbeit leisten, aber im Vergleich zu den Investitionen, die für manchen MOOC getätigt werden oder die Google für andere Sachen ausgibt, scheint das einfach machbar.

Für den Datenschutz ist es ja nicht ganz unerheblich, wer sich auf das Thema stürzt…

Richtig. Deshalb wäre es wünschenswert, dass der Staat hier einen Bildungsauftrag sieht oder eine Landesregierung sagt, da ist Potenzial für die Zukunft des Lernens – und dann investiert. Da sehe ich die größte Chance, dass die die Daten nicht missbrauchen werden. Ansonsten ist die Gefahr in der Tat groß. Eine positive Entwicklung könnte auch sein, wenn eine Plattform wie Wikipedia die Sache angeht. Da weiß jeder, der mitmacht, ziemlich genau, wo seine Daten landen. Außerdem würde es ohne kommerzielles Interesse der Allgemeinheit zugutekommen.

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Sie sagten, damit kann man nicht nur Sprachen, sondern auch andere Dinge lernen. Wo liegen da die Grenzen?

Der Computer kann Texte oder historische Konstellationen nicht wirklich interpretieren wie wir Menschen. Er kann höchstens dabei helfen, die eigene Deutung, die man bereits angefangen hat, ein bisschen zu verdichten und Beweise zu liefern. Philosophische Fragen werden eher oberflächlich bleiben, aber ich kann mir schon vorstellen, dass der Computer auch abfragen kann, ob man einen Text verstanden hat. Das funktioniert sicher gut bei Bestsellern wie Harry Potter, die viele Leser haben und für die der Computer viele Vergleichsdaten ansammeln kann. In dem Moment, in dem wir seltenere Konstellationen haben, geht das sicherlich nicht. In Amerika werden ähnliche Programme zum Beispiel für die Aufnahmetests der Universitäten genutzt, in denen Studenten einen Essay abgeben. Da vergibt das System automatisch Punkte für Dinge wie interessante Vokabeln, Grammatik oder einen guten Fluss der Gedanken. Da können Computer bereits eine gute Einschätzung geben.

Sie sagten, dass uns der Lehrer dann immer begleitet. Wir sehen das ja schon bei anderen Dingen wie der Quantified-Self-Bewegung, wenn Menschen ständig freiwillig ihre Gesundheit überprüfen. Droht die Diktatur des Lifelong Learning – und zwar rund um die Uhr?

Ja, das ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen. Wir können immer weniger abschalten und das kann problematische Folgen haben – wie Empathieverluste. Wir erleben einen Trend dahingehend, dass Menschen andere Menschen nicht mehr so wichtig finden. Das hat eine Kollegin von mir, Sara Konrath, anhand von Persönlichkeitstest innerhalb der letzten 30 Jahre ausgewertet. Anscheinend ist es gerade die Digitalisierung und Selbstvermarktung, die Selfie-Kultur, die dabei eine wichtige Rolle spielt. Das macht mir große Sorgen.

Das lässt sich ein bisschen ausgleichen, indem wir soziales Lernen in diese digitalen Lernsysteme reinbringen, indem sich beim Lernen mehrere Menschen miteinander vernetzen und voneinander lernen. Aber soziales Lernen und Verantwortung für Gruppen ist nicht unbedingt das gleiche wie Empathie. Deshalb haben die Schulen und sonstige Weiterbildungseinrichtungen künftig die wichtige Funktion, dass sie soziale Kompetenzen noch mehr ins Zentrum stellen müssen. Schulen werden nicht überflüssig, sondern werden sich noch mehr auf eine wirklich attraktive Aufgabe ausrichten, nämlich das soziale Lernen statt dem Pauken von Fakten.

Bei allen Warnungen vor Empathieverlust sollten wir allerdings nicht glauben, dass Empathie immer gut ist. Vielmehr kann zu viel Empathie auch im Extrem zum Selbstverlust oder zu Sadismus führen. Mein kommendes Buch, das im Winter herauskommt, beschäftigt sich mit diesen dunklen Seiten der Empathie.

#Empathieverlust durch #Digitalisierung & #SelfieKultur - es braucht mehr soziales Lernen in digitalen Lernsystemen Klick um zu Tweeten

Empathie wird durch ein optisches Gegenüber und Augenkontakt gefördert. Inwiefern könnte die Technik vielleicht auch ein menschliches Gesicht imitieren?

Das habe ich auch mit Kollegen diskutiert und hin und her überlegt. Es ist natürlich technisch kein Problem, sich das mit Gesicht vorzustellen – und zwar auch mit einem menschenartigen Gesicht mit hoher Auflösung. Diese übertriebene Vermenschlichung finde ich aber eher unheimlich, weil da die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt. Da ist eine Stimme sicherer als Abgrenzung.

Roboter können schon emotionale Strukturen einbauen und sagen „das war jetzt gemein, was Du gesagt hast“ oder „Das tut mir jetzt weh“. Lernen hat immer etwas mit Emotion zu tun. Der Lernende will gelobt werden oder muss auch mal die Frustration fühlen, dass er da jetzt nicht durchkommt. Der digitale Lehrer könnte auch insofern menschenartig sein, dass er Augen hat, die hoch und runter gehen – aber eher schematisch und ikonenhaft. Es sollte nicht so weit gehen, dass wir das System als echte Person wahrnehmen – da ist für mich eine ethische Grenze. Doch wenn der Markt die Entwicklung bestimmen wird, könnte es sein, dass sich die Menschen anders entscheiden.

Welche Folgen werden die neuen Lernsysteme für die berufliche Aus- und Weiterbildung haben?

Derzeit ist Weiterbildung für Firmen sehr teuer. Wenn ein Mitarbeiter irgendwelche Trainingsmodule machen soll, muss er in der Zeit freigestellt werden. Es gibt hochspezialisierte Coaches, die viel Geld kosten – gerade wenn die Weiterbildung individuell und nicht in Gruppen sein soll. Denken Sie auch an die Reisekosten. Das kann natürlich durch solche digitalen Angebote wesentlich billiger werden.

Der Druck auf die Arbeitnehmer wird wachsen, sich in der Freizeit weiterzubilden und hier und da noch mal eine Stunde dafür aufzubringen. De facto wird das mehr Zeit sein, die wir im Beruf mit Weiterbildung verbringen. Der Lerndruck wird insgesamt steigen, weil jeder bis zu einem gewissen Grad mitmacht. Da müssen wir uns vor schützen. Mein Freund und Kollege Hartmut Rosa warnt seit Jahren vor den Effekten der Beschleunigung.

Gleichzeitig gibt es aber auch Vorteile für das berufliche Vorankommen, denn jeder kann dann irgendwelche Zertifikate erwerben, wenn er ein gewisses Lernniveau erreicht hat. Das heißt, nicht mehr der Chef wählt aus, wen er zum Trainee-Programm schickt. Das ist eine Art Demokratisierung des Lernens. Auch Quereinsteiger haben dann in vielen Berufen eine bessere Chance. Wir werden immer weniger festgelegt sein.

Diese Systeme könnten also mit über Karrieren und Berufswege entscheiden. Was haben Menschen  zu befürchten, wenn sie diese Systeme ablehnen und nicht mitmachen?

Die Leute, die das nicht machen, werden vielleicht insofern einen Nachteil haben, dass sie ihre Kenntnisse nicht ganz so schnell aktualisieren. Denn diese Systeme können Neuheiten relativ schnell aufnehmen. Allerdings werden diejenigen, die keinen digitalen Lehrer haben, wahrscheinlich diejenigen sein, denen Bildung sehr wichtig ist. Sie wollen zeigen, dass sie das anders können und werden dann vielleicht sogar schneller lernen als andere, um das überzukompensieren. Die werden dann ein Buch aus dem Regal ziehen. Das ist doch auch großartig. So kann es positive Effekte für beide Seiten haben.

Vielleicht ist das aber zu idealistisch gedacht. Sobald die Chefs Zugriff auf die Daten haben, können sie als Big Brother eben die Menschen auswählen, die alle Qualifikationen erfüllen. Damit wächst der Druck zum Mitmachen für alle.

Inwiefern ist es gut oder vielleicht auch schlecht, dass wir dann selbst entscheiden, was wir lernen?

Prinzipiell ist Entscheidungsfreiheit natürlich gut. Dennoch ist es auch weiterhin wichtig, dass staatliche Institutionen und Schulen, die Inhalte von Bildung und Ausbildung vorgeben. Es muss schon eine gewisse Kontrolle geben oder eine bestimmte Anerkennung dafür, dass man Lernschwellen überschreitet. Basiswissen wird nicht abgeschafft. Nur die Möglichkeiten, wie man zu dem Basiswissen kommt, werden vielfältiger werden.

Die Gefahr einer einseitigen Spezialisierung sehen Sie da nicht?

Da gibt es Spannungen, ganz klar. Aber die haben wir derzeit auch schon – zum Beispiel in den Schulen. Es geht ja darum, was wir wirklich fürs Leben brauchen. Muss jeder Goethes Faust kennen, ja oder nein? Dass dies die Schulbehörden entscheiden, ist richtig. Dennoch ist es auch wünschenswert, dass wir beim Lernen mehr mitbestimmen können. In den meisten Schulen haben wir bislang nicht so viel Auswahl.

#DigitaleLehrer: #Basiswissen wird nicht abgeschafft, dafür gibt es mehr Selbstbestimmung beim #Lernen. Klick um zu Tweeten

Was ist denn Ihre Motivation sich mit dem Thema Digitalisierung des Lernens zu beschäftigen?

Da überschneiden sich bei mir drei verschiedene Interessen. Als Lehrender bin ich hier an unserer Universität in einem Think Tank, in dem wir immer wieder darüber nachdenken, was man in der Lehre verbessern kann und was sich in Zukunft verändern wird. Wir treffen uns dauernd und diskutieren das.

Außerdem habe ich zwei inhaltliche spezifische Interessen daran. Zum einen interessiere ich mich als Empathieforscher dafür, wie Empathie entsteht. Zum anderen beschäftige ich mich als Kulturgeschichtler und Germanist mit der inneren Stimme, die etwa als Gewissen bis um 1800 eine Leitgröße für die Menschen war, für Goethe zum Beispiel. Für mich ist der digitale Trainer eine Dialogfigur wie Mephistopheles: ein Gegenüber, mit dem man dauernd im Gespräch sein kann und das selber an sich höchst diabolisch ist. Mephistopheles kann man nicht trauen. Er ist nicht nur der Lehrer, sondern auch die unheimliche Maschine, die einem gegenübersteht – und vereint quasi das Gute und das Böse der Technik miteinander. Diese Figur ist uns im großen kulturellen Rahmen abhanden gekommen. Womöglich kommt sie nun mit dem digitalen Lehrer in ähnlicher Form zurück.

Interview: Stefanie Hornung

Veranstaltungstipps

Vortrag von Prof. Dr. Fritz Breithaupt auf der Messe Zukunft Personal:
The Talking Method. The Future of Learning in the Digital World (auf Englisch)
Mittwoch, 19. Oktober 2016, 12 bis 12.45 Uhr, Trendforum Corporate Learning & Working
Koelnmesse, Halle 2.2

Im Anschluss: Vortragsreplik von Prof. Dr. phil. Ralf Lankau, Hochschule Offenburg
Digitales Lernen. Dot.Com-Phantasien vs. Pädagogik
Mittwoch, 19. Oktober 2016, 13 bis 13.30 Uhr, Trendforum Corporate Learning & Working
Über Prof. Dr. Fritz Breithaupt

Fritz Breithaupt ist Professor und Leiter des Department of Germanic Studies an der Indiana University Bloomington (USA). Er schreibt regelmäßig für Die Zeit und das Philosophie Magazin. Seit 2006 gestaltet er die Kolumne „Professoren und ihre Neurosen“ für Zeit Campus. In Forschung und Lehre beschäftigt er sich mit Auslösern und Blockaden von Empathie (siehe zum Beispiel seine Bücher „Kulturen der Empathie“ oder „Kultur der Ausrede. Eine Erzähltheorie”). Derzeit arbeitet er an dem Buch „Die dunklen Seiten der Empathie“ und untersucht in diesem Zusammenhang, welche negativen Auswirkungen Empathie haben kann – wie etwa Selbstverlust oder empathischer Sadismus, wenn jemand einen anderen quält, um dessen Gefühle besser nachvollziehen zu können. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit sind der Zusammenhang von narrativem Denken und kulturellen Praktiken sowie die Literatur und Philosophie der Goethe-Zeit. Er hat viele Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten, darunter ein Alexander-von-Humboldt-Forschungsstipendium und eine Ehrung der Indiana University, wo er als Direktor des West European Studies Institutes tätig war.

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