Grafik: In welchem Alter rechnen die Millennials mit ihrem Ruhestand?

Quelle: Studie „Millennials im Karrieremarathon“ der ManpowerGroup

Im Jahr 2020 werden die Millennials, auch als Generation Y bezeichnet, weltweit mehr als ein Drittel der berufstätigen Bevölkerung stellen. Kein Wunder also, dass sich eine Vielzahl an Büchern, Artikeln und Studien mit ihnen beschäftigen. Werden sie von den einen als illoyal, egoistisch und faul dargestellt, bezeichnen andere sie als eine Generation von digitalen Entrepreneuren und Innovatoren. Was Millennials von ihrem Arbeitsplatz erwarten, welche Entwicklungsmöglichkeiten sie anstreben und was sie bei einem Arbeitgeber hält, hat die ManpowerGroup in einer qualitativen Studie untersucht. Dazu wurden in 25 Ländern, darunter auch Deutschland, 19.000 Millennials und mehr als 1.500 Personalexperten interviewt.

Von wegen faul!

Laut Studie nehmen die meisten Millennials an, dass sie länger arbeiten werden als ihre Eltern. Weltweit rechnen mehr als 50 Prozent damit, über das 65. Lebensjahr hinaus zu arbeiten – in Deutschland sind es sogar 77 Prozent. 19 Prozent glauben sogar noch nach dem 70. Lebensjahr im Berufsleben zu stehen. Eine signifikant hohe Anzahl der Befragten rechnet aber auch damit, sich vor dem 65. Lebensjahr zur Ruhe setzen zu können. Nur die Zeit wird zeigen, ob diese Minderheit in ihrer Einschätzung realistisch, optimistisch oder geradezu naiv ist. Klar ist aber, dass die neue Generation nicht mehr wie ihre Eltern bei einem Arbeitgeber und in einem Beruf allein ihr „Zuhause“ finden wird. Und auch die geregelten Arbeitszeiten von 40 Stunden die Woche sind laut der Befragung nicht mehr realistisch. So geben 72 % der Deutschen Millennials an, länger als 40 Stunden die Woche zu arbeiten. Länger und mehr arbeiten an verschiedenen Stationen – das macht Millennials zu wahren Langstreckenläufern.

Millennials definieren das Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer völlig neu

Die sich stetig verändernde Arbeitswelt verlangt nach immer neuen Fähigkeiten und Qualifikationen. Millennials erwarten, dass ihr Berufsleben verschiedene Stationen mit sich bringen wird. Sie haben erkannt, dass es für ihren Erfolg auf dem Arbeitsmarkt unumgänglich ist, ihre Fähigkeiten kontinuierlich auszubauen. In Deutschland wünschen sich 63 Prozent der Millennials lebenslanges Lernen – dafür würden sie sogar ihre Freizeit opfern und eigenes Geld investieren. Für 74 Prozent ist die Chance neue Fähigkeiten erwerben zu können, ein sehr wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers. Rund ein Viertel plant, für Fortbildung und Weiterqualifikation eine längere berufliche Auszeit zu nehmen.

Schlussfolgerung für Unternehmen

Schaffen Sie für Millennials die Möglichkeit, mit verschiedenen Teams an unterschiedlichen Projekten zu arbeiten, sodass sie Erfahrungen sammeln und innerhalb des Unternehmens ihr persönliches Netzwerk aufbauen können. Erfüllen Sie den Wunsch Ihrer Mitarbeiter nach neuen Chancen und Erfahrungen, ohne dass diese das Unternehmen wechseln müssen. Betonen Sie die Bedeutung von persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung, nicht nur im Sinne von Beförderung, sondern in Hinblick auf das eigene Spektrum an Fähigkeiten und Erfahrungen.

Sicherheit neu definiert

Die neue Generation versteht ihre berufliche Laufbahn als eine Abfolge von Wellen mit sich verändernden Richtungen, variablen Geschwindigkeiten und gewollten Unterbrechungen – eine realistische Annahme in der sich stetig wandelnden Arbeitswelt. Ihre berufliche Laufbahn verläuft abwechslungsreicher, aber es wird auch mehr Gelegenheiten geben, den Fuß vom Gas zu nehmen dank flexibler Arbeitsweisen.

88% der Studienteilnehmer erwarten, dass sie im Laufe ihres Berufslebens längere Auszeiten nehmen werden: Diese Annahme bestätigt, dass das Modell der Karrierewelle das Karriereleiter-Denken früherer Generationen ablöst.

 

Grafik: Studie Millennials im Karrieremarathon

Quelle: Studie „Millennials im Karrieremarathon“ der ManpowerGroup

 

Aufschlussreich sind die angegebenen Gründe für diese Unterbrechungen: Während Frauen längere Auszeiten planen, um sich um andere zu kümmern – Kinder großziehen, Verwandte pflegen, den Partner unterstützen oder ehrenamtlich arbeiten – setzen Männer andere Prioritäten. Ob das gute Aussichten für wahre Geschlechtergerechtigkeit und gleichberechtigte Aufteilung der Kinderbetreuung sind?

 

Grafik: Welche Gründe geben Millennials für den Wunsch nach einer Auszeit an?

Quelle: Studie „Millennials im Karrieremarathon“ der ManpowerGroup

Schlussfolgerung für Unternehmen

Unternehmen sollten anerkennen, dass langfristige Karrieren von Auszeiten zur Fortbildung und Erholung profitieren. Werden Sie zum Wellenreiter in Sachen Karriere und machen Sie solche Unterbrechungen zum akzeptierten Bestandteil Ihrer Unternehmenskultur. Verdeutlichen Sie, welche Flexibilität Sie anbieten können. Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter dabei, nach Ende ihrer Pause ins Berufsleben zurückzukehren.

Unternehmen, die Millennials und die neuen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt verstehen, sind gut aufgestellt, um trotz globalem Fachkräftemangel Spitzentalente zu finden und zu halten.

Eine positive Nachricht zum Schluss: Deutsche sind optimistisch hinsichtlich Ihrer Karriereaussichten.

Grafik: Wie sicher fühlen sich Millennials hinsichtlich ihrer beruflichen Entwicklunsgchancen?

Quelle: Studie „Millennials im Karrieremarathon“ der ManpowerGroup

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