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Foto: Torsten Voller und Thorsten Brand auf der PERSONAL2016 Nord (Jack Tillmanns)

Wer sich mit Entwicklungen in der Welt der Wirtschaft beschäftigt, stellt fest: Mit der Digitalisierung ist nichts mehr, wie es einmal war. So hat etwa Nokia, eine ehemals starke Marke, deutlich an Bedeutung eingebüßt. Die Automobilbranche muss sich nicht nur angesichts aktueller Krisen im Zuge von Softwaremanipulationen neu aufstellen – auch Google und Tesla bauen heute Autos. Agiles Management ist deshalb gefragt. Doch wie schaffen es Arbeitgeber, dass die Mitarbeiter dabei mitziehen? Torsten Voller und Thorsten Brand, beide Geschäftsführer von „Steife Brise“, nahmen die Messebesucher auf der PERSONAL2016 Nord auf eine Reise mit, die demonstrierte, wie das gelingen kann: durch Fehler machen, im Moment sein und vom Theater lernen. Die Hördatei ihres Auftritts ist jetzt (zusammen mit vielen weiteren Vorträgen) auf Soundcloud online.

Was das Business vom Theater lernen kann

Showtreppe (Sie kennen das aus alten Fernsehshows), auf jeder Stufe geht ein Licht an, rechts und links steht das Fernsehballet und wenn die Künstler auf die Bühne kommen, rastet das Publikum total aus. Füße trampeln, Wäsche fliegt auf die Bühne. Sie kommen durch die Mitte und der Applaus bricht los… Wir sind allerdings nicht im Fernsehen, sondern auf der PERSONAL2016 Nord in Hamburg. Torsten Voller und Thorsten Brand vom Business- und Improtheater Steife Brise – einem Team von 15 tatkräftigen Trainern, Coaches und Schauspielern – entern am frühen Morgen das Praxisforum und haben das Publikum gleich auf ihrer Seite. Ihr Motto: „Lass den Plan los, aber sei nicht planlos.“ Was die beiden damit meinten, führten sie nicht in theoretischen Abhandlungen aus, sondern anhand praktischer Improvisationsübungen.

Aus Denkrillen ausbrechen

Wichtig war dabei der Input vom Publikum. „Nennen Sie mir mal ein Werkzeug!“, forderte Voller. „Hammer“, klang es unisono von den Besucherreihen. „Wir haben immer so Denkrillen und gehen gedanklich den gleichen Weg weiter“, erklärt der Schauspieler. Und siehe da: Beim zweiten Anlauf klappt es, dass jeder ein anderes Werkzeug nennt. Dann dürfen die Zuschauer ihren inneren Zensor kennenlernen, indem sie ihre Sitznachbarn betrachten und sagen sollen, an welches Tier sie dieser erinnert. Besser klappt es bei der Beschreibung der beiden Bühnenakteure. Bei Torsten Voller dachten die Personaler in puncto Fortbewegungsmittel an das Fahrrad. Thorsten Brand traf es weniger schmeichelhaft, als seine Gäste ihn mit dem typisch deutschen Gericht Königsberger Klopse assoziierten.

Auf Zetteln sammeln die beiden Sätze zum Thema Kulturveränderung in Unternehmen, die sie dann in eine improvisiert vorgetragene Szene integrieren müssen – egal, ob die Sätze passen oder nicht. Den Ort, wo sie sich treffen, gibt das Publikum vor: Die Bahn auf dem Weg ins Stadion.

Anhand ihrer Theatereinlagen verdeutlichen sie zwei von drei Regeln:

Regel 1: Mutig sein und Fehler machen

„Wer von Ihnen kann malen? Wer kann tanzen? Wer kann singen? Wer kann alles zusammen?“, fragt Torsten Voller und erntet nur spärliche Handzeichen. „Als ich die Frage im Kindergarten meiner Tochter gestellt habe, gingen immer alle Arme hoch. Das heißt bis zum Alter von 6 Jahren sind wir bereit, uns auf Neues einzulassen. Wir trauen uns zu sagen, wir können das. Dann vergessen wir die rechte Hirnhälfte und konzentrieren uns nur noch auf die Linke.“ Und gerade die rechte Hirnhälfte brauche es für eine agile Haltung. „Es geht darum, was auszuprobieren und zu scheitern. Wie Kinder sollten wir uns in den Modus ‚ich will das schaffen und kriege das hin‘ versetzen“, so Brand, der den Teilnehmer dazu gleich eine verzwickten motorische Aufgabe gibt. „Innovation beginnt da, wo es ein bisschen weh tut.“

Regel 3: Sei im Moment

Wobei es beim „im Moment sein“ geht, zeigten die beiden Improvisationsprofis zusammen mit einer Freiwilligen aus dem Publikum: Zwei Menschen – die Freiwillige Annette und Thorsten Brand – hatten die Aufgabe, als eine Person zu sprechen: Jeder darf jeweils nur ein Wort sagen. Zusammen erklärten sie als Expertin und Fachfrau Dr. Schlaudrauf die Abseitsregel. Doch hören Sie diese und weiter Übungen selbst nach:

Regel 2 gab es dann übrigens am Messestand von Steife Brise. Die nächste Möglichkeit am Stand der Schauspieler vorbeizuschauen, besteht in der koelnmesse auf der Zukunft Personal: 18. bis 20. Oktober, Halle 2.2, Stand O.18.

Weitere Hördateien der PERSONAL2016 Nord finden Sie auf Soundcloud.

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