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Foto: pixabay.com

Candidate Experience, Arbeitnehmermarkt, Gen Y – das sind nur einige Schlagworte, die in der lebhaften Diskussion rund um das Recruiting von Fachkräften fallen. Die Online-Jobbörse StepStone hat diesen Themenkomplex in ihrer diesjährigen Trendstudie „Jobs nach Maß“ ausführlich unter die Lupe genommen und dafür im Frühjahr rund 14.000 Fach- und Führungskräfte befragt. Neben der Frage, wie selbstbewusst Fachkräfte heute sind, wenn es um ihre Karriere geht, spielte auch die Team-Ego-Balance eine Rolle: Was ist Fachkräften wichtiger: eigenverantwortlich arbeiten oder im Team aufgehen?

Fachkräfte sind Karrierelenker

Die Ergebnisse der Studie bestätigen eindeutig, was vielfach postuliert wird: Fach- und Führungskräfte in Deutschland sind selbstbewusst wie nie. 84 Prozent aller befragten Fachkräfte sind davon überzeugt, einen wertvollen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten. Die große Mehrheit fühlt sich sicher und weiß um ihren Marktwert – das gilt nicht nur für die so genannte Gen Y, sondern über alle Altersgruppen hinweg. Sieben von zehn Befragten sind sich sicher, bei Bedarf in maximal einem halben Jahr eine passende neue Stelle finden zu können – ein Drittel davon sieht sich sogar schon nach drei Monaten im neuen Job. Grundsätzlich planen Fachkräfte ihre Laufbahn von Anfang an zielstrebig und konsequent. Die Anforderungen an einen neuen Karriereschritt sind allerdings hoch gesteckt.

Team-Ego-Balance für eine perfekte Arbeitsstelle 

Selbstständig denkend, innovativ und unternehmerisch handelnd auf der einen Seite, teamorientiert und kooperativ auf der anderen Seite – so wünschen sich viele Unternehmen ihre Mitarbeiter. Hohe Ansprüche, doch auch Fachkräfte wollen beides: eigenverantwortlich arbeiten und im Kollegenkreis aufgehen. Das sensible Gleichgewicht zwischen den Potenzialen wechselnder Teams und der einzelnen Mitarbeiter zu halten, wird zu einer permanenten Herausforderung für Unternehmen.

Befragt man die Fachkräfte zu ihren Wünschen an die nächste Arbeitsstelle, wird große Entscheidungsfreiheit gleich nach dem Gehalt und spannenden Arbeitsinhalten genannt. Vor die Wahl gestellt, ob sie uninteressante Aufgaben in einem netten Team oder aber sehr interessante Aufgaben in einem menschlich nicht passenden Team bevorzugen würden, entscheiden sich 71 Prozent der Fachkräfte für ein nettes Team. Gute Zusammenarbeit in Teams ist also – neben den Ansprüchen an die persönliche Weiterentwicklung – ein bedeutender Hygienefaktor.

Unternehmen können bei Fachkräften daher schon im Recruitingprozess punkten, indem sie herausstellen, welche Rolle sowohl Teamplay als auch eigenverantwortliches Arbeiten bei ihnen spielt. Um ein paar Beispiele zu nennen: Vermitteln Sie den Kandidaten möglichst konkret, wie Ihr Unternehmen eigenverantwortliches Arbeiten fördert. Zeigen Sie auf, wie der Kandidat das vorhandene Team und das Team den Kandidaten bereichern kann. Sprechen Sie an, in welche Richtung sich das Team bzw. die Abteilung im Unternehmen noch entwickeln könnte. Geben Sie Beispiele von effektiver Zusammenarbeit zwischen Abteilungen. Stellen Sie Kandidaten die potenziellen Kollegen vor und führen sie diese schon früh im Bewerbungsprozess durch die eigenen Räume.

Volatile Märkte – flexible Teams

Die aktuellen, durch Digitalisierung getriebenen Veränderungen in Organisationsstrukturen und neuen Führungsmodelle wirken sich auch auf die Team-Ego-Balance aus. Volatile Märkte und agile Organisationsstrukturen machen einerseits flexible Teams allgegenwärtig, andererseits wächst die Bedeutung jedes einzelnen Mitarbeiters als Innovations- und Wissensträger. Da die Team-Ego-Balance kein starres Konstrukt ist, hängt vieles für Personalverantwortliche davon ab, wie ihnen der ständige Wandel ihrer Organisation gelingt. Im Verlauf der Karriere wird die richtige Balance zwischen Team und Ego auch von den Fach- und Führungskräften immer wieder neu definiert. Für Unternehmen gilt es, die Team-Ego-Balance bei der Mitarbeiterentwicklung zu berücksichtigen, auf die Veränderungen sensibel zu reagieren und den Mitarbeitern entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Das können zum Beispiel Weiterbildungen sein: Sowohl solche, die sich an persönlichen Entwicklungszielen des einzelnen Mitarbeiters ausrichten, als auch solche, die das gesamte Team voranbringen. Weiter kann die Führungskraft darauf achten, dass auch in Zielvereinbarungen die Balance zwischen Team und Ego stimmt.


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Foto: Dr. Anastasia Hermann

Welche weiteren Aspekte gehören aus Sicht der Fachkräfte zu einer perfekten Arbeitsstelle? Welche Qualitäten sollten Vorgesetzte haben? Was schreckt Kandidaten beim Jobinterview ab? Wen wollen sie im Vorstellungsgespräch kennenlernen? Die Studie „Jobs nach Maß“ erhalten Sie am Stand von StepStone auf der PERSONAL2016 Süd am 10. und 11. Mai: Messe Stuttgart, Halle 6 | Stand G.16

Autorin: Dr. Anastasia Hermann, Research Manager bei StepStone

 

 

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