Podiumsdiskussion Digitale Exzellenz

Copyright: foto focus Jack Tillmanns/ spring Messe Management

Wie verändert sich die Arbeitswelt im Zuge der Digitalisierung? Und wie können Personaler, Führungskräfte und Dienstleister Unternehmen auf dem Weg in die Digitalisierung noch besser und aktiver unterstützen? Nach einer Begrüßung von Ralf Hocke (Geschäftsführer, spring Messe Management GmbH) debattierten heute auf der PERSONAL2016 Nord in Hamburg Urs M. Krämer (CEO, Sopra Steria GmbH), Nicole Heinrich (Leiterin Ausbildung und Personalmarketing, Otto GmbH & Co. KG) und Alexander Peter (Gründer, PHANTOMINDS UG) über die wichtigsten To-dos. Besucher konnten ihre Fragen über eine Twitterwall einbringen.

Als Online-Händler arbeitet OTTO digital – Themen wie Big Data sind Bestandteil des Geschäftsmodells und damit schon längst im Unternehmen angekommen. Im Bereich Business Intelligence oder der Entwicklung gehören digitale Kompetenzen zum Handwerkzeug. Aber wie digital affin müssen auch andere Mitarbeiter bei OTTO sein? Eine gewisse Freude daran sich mit digitalen Themen auseinanderzusetzen sei wichtig, um sich mit dem, was OTTO macht, identifizieren zu können, meinte Nicole Heinrich, Leiterin Ausbildung und Personalmarketing bei dem Online-Händler. „Ich bin total technikverliebt und auf allen Social Media Kanälen unterwegs. Das wollen wir auch bei den Kollegen fördern, Brücken bauen und die Freude wecken sich damit zu beschäftigen“, berichtet Nicole Heinrich.

Kommunikationsprozesse müssen überdacht werden

Bei der Sopra Steria GmbH wird von potentiellen Bewerbern neben der Branchenkenntnis ein ausgeprägtes Technologiewissen gefordert. Für CEO Urs M. Krämer war klar, dass es nicht länger ohne internes soziales Netzwerk weitergeht. Denn über Social Media kommunizierten Mitarbeiter anders, Informationsströme liefen direkt ab und Hierarchien würden aufgebrochen. Der erste Schritt geschehe jedoch im Kopf: Wenn ich nicht bereit bin, anders zu kommunizieren, offen und kreativer zu sein, dann nützten auch digitale Technologien nichts. „Die Digitalisierung setzt voraus, dass sich alle Führungskräfte signifikant anders verhalten“, ist der CEO überzeugt.

Podiumsdiskussion Digitale Exzellenz

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Neue Wege gehen – immer hungrig bleiben

Digitale Exzellenz beginnt damit, dass man sich neuen Themen gegenüber nicht verschließt, davon ist Alexander Peter, Gründer des Start-ups PHANTOMINDS, überzeugt. Sein Start-up möchte als Crowdsourcing-Anbieter für kollaborative Innovationsentwicklung zur Nr. 1 werden. Die Community von PHANTOMINDS sind mit neuen Produkten, Services oder Geschäftsmodellen die Gestalter der Innovation. Digitale Exzellenz heißt für den Jungunternehmer auch, konstant am Ball zu bleiben und neue Wege zu gehen. Im Zeitalter der  Netzwerkcommunities müsse medienübergreifend gedacht werden. Wer sich den Entwicklungen verschließt, der hat verloren, ist sich Alexander Peter sicher.

Change Management bedeutet manchmal Change the Management

Aber wer macht die Mitarbeiter fit für die Digitalisierung? Und was ist mit denen, die sich nicht weiterentwickeln? Nicht jede Stelle fordert digitales Know-how. Nach Krämer bedeutet „Digital Leadership“ daher auch zu analysieren, welche Mitarbeitergruppe welche Aufgabe hat. Wer muss innovativ sein? Wer muss digital arbeiten? Anhand der Analyse kann eine Strategie für die Personalentwicklung abgeleitet werden. Als Unternehmen könne man es sich heute nicht mehr leisten, sich nicht weiterzuentwickeln. „Dann glaube ich letztendlich an den Spruch: Change Management ist manchmal auch Change the Management“, sagt Krämer.  Jeder Mitarbeiter, jede Führungskraft müsse sich weiterentwickeln.

Es ist aber auch Aufgabe der Mitarbeiter, die eigene Weiterentwicklung einzufordern, ergänzt Nicole Heinrich. Neue digitale Technologien erfordern spezifische Kompetenzen. Wer Lust auf eine neue Aufgabe habe, wer neue Felder für sich erschließen möchte, der müsse in seinen Personalentwicklungsgesprächen die Führungskraft gezielt darauf ansprechen. „In den nächsten zwei bis drei Jahren werden wir nicht mehr über Digitalisierung reden, wir werden es tun“, davon ist Krämer überzeugt. „Ich erwarte, dass wir mit operativer Exzellenz die digitale Exzellenz erreichen werden.“

Zwei Tage lang geht es auf der PERSONAL2016 Nord darum, wie Unternehmen „Digital Excellence“ erreichen und wie Personalverantwortliche dazu beitragen. Morgen können Kurzentschlossene noch einige Vorträge und Diskussionen dazu besuchen.

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