Co-Working Spaces

Foto: Spacebase

Neben dem klassischen Arbeitsplatz im Büro und dem persönlichen Schreibtisch im Home Office etabliert sich eine weitere Arbeitsform: Co-Working Spaces erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Angesichts der typischen Eigenschaften seiner Generation hält Patrick Henrici, Manager Strategic Partnerships des Start-ups Spacebase, diese Möglichkeit der flexiblen Kollaboration für das dominierende Arbeitsmodell der Zukunft. Zum Beleg hat er einige Statements von Nutzern aus dem Betahaus Berlin, dem ältesten Co-Working Space in Deutschland, zusammengetragen.

Laut Henrici verändern die Millennials gerade die Art und Weise, wie Menschen arbeiten: „2025 werden wir vermutlich 75% aller Arbeitskräfte ausmachen und schon heute wird klar, dass die Generation Y den traditionellen Büro-Alltag nicht fortführen wird“, sagt der Manager Strategic Partnerships von Spacebase. Denn die zwischen 1980 und 2000 Geborenen strebten nach einer Verknüpfung von Arbeit und Passion und verspürten einen starken Drang nach Flexibilität. „Wir möchten überall zu jeder Zeit arbeiten können und ziehen Flexibilität einem höheren Gehalt vor.“ Unternehmen mit traditionellen Strukturen bekämen insofern Schwierigkeiten, Mitarbeiter aus der Gen Y an sich zu binden.

Ein Gefühl wie Real-Life-LinkedIn

Insbesondere Freiberufler, Kreative und die sogenannten digitalen Nomaden nutzen die Möglichkeit, sich einen Platz im Co-Working Place anzumieten – einmalig für einen Tag oder fortlaufend zu bestimmten Zeiten. Doch warum? Zuhause, völlig ungestört und ganz für sich, lässt es sich doch wunderbar arbeiten – oder? Was manchem Büroarbeiter paradiesisch erscheinen mag, kann auf Dauer ziemlich trist und unproduktiv sein: Wer tagaus, tagein im Home Office sitzt, erhält keine Anregungen von außen und muss sich ständig selbst motivieren. Ablenken können auch die allfälligen Aufgaben im Haushalt – etwa das schmutzige Geschirr oder der volle Wäschekorb.

Das ist in einer Arbeitsgemeinschaft anders: „Beim Co-Working geht es vor allem darum, von engagierten Menschen umgeben zu sein. Es ist ein Ort, der es Freelancern, Entrepreneuren, Unternehmern oder sogar Arbeitssuchenden erlaubt, sich miteinander zu vernetzen, um gemeinsam etwas zu schaffen, zu wachsen und voneinander zu lernen.“ Wie produktiv die Atmosphäre in den gemeinschaftlich genutzten Räumlichkeiten ist, belegt auch die hohe Zahl an Start-ups, die in Co-Working Spaces gegründet wurden. Hier trifft der Existenzgründer auf dem Flur auf einen freiberuflichen Designer – womöglich der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit.

 

Arena im Betahaus, Quelle Spacebase

Arena im Betahaus, Foto: Spacebase

Allein im Kämmerlein: Nicht immer produktiv

„Wenn man sich selbstständig macht, ist es sehr nützlich, unterschiedliche Ansichten und Meinungen sammeln zu können und mit verschiedenen Menschen Kontakt zu haben“, bestätigt Lisa Jaspers aus Berlin. Sie ist für das Start-up „Pen Paper Peace“ tätig und kommt etwa vier Mal die Woche zum Arbeiten in das Betahaus. Ähnliche Erfahrungen hat Marta Rechul gemacht. Eine große Auswahl an unterschiedlichen Räumen zu haben, hält die Bloggerin hinter „Tutor Compass“ für einen der wichtigsten Aspekte der Sharing Economy. „Ich habe lange Zeit von Zuhause aus gearbeitet. Aber wenn man immer alleine in seiner Wohnung sitzt, fällt es einem schwer, diszipliniert zu arbeiten. Jeder Tag ist gleich, es passiert nichts Neues und die Inspiration geht verloren. Deshalb musste ich raus. Ich kann nicht ausschließlich von Zuhause aus arbeiten.“

Freelancer, Entrepreneure und die Tech-Industrie machten den Anfang, doch inzwischen sind Co-Working-Spaces für viele Unternehmen interessant – immer mehr Arbeitgeber erkennen den Mehrwert von liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten und sehen in ihm einen Schlüssel zur Steigerung der Arbeitsleistung. Denn Co-Working-Spaces sind keine schlichten Denkfabriken mit aneinandergereihten Schreibtischen, sondern meist großzügige Räumlichkeiten mit idealer technischer Infrastruktur und viel Platz zur Selbstgestaltung. Ein unverbindliches Angebot an gemeinsamen Veranstaltungen, Workshops und weiteren Aktivitäten helfen zudem dabei, Anschluss an die Community zu finden.

Ankerplatz für Reisende ohne festen Arbeitssitz

Manche Unternehmen verzichten inzwischen bereits ganz auf firmeneigene Büroräume. Glyn Thomas etwa arbeitet für ‚More Onion’, einer non-profit Digital Agentur mit Sitz in London und Wien. Einen Schreibtisch mietet er nicht nur, wenn er nach Berlin kommt, sondern arbeitet auch von Wien und London mit seinen Kollegen in Co-Working Spaces. Da das Unternehmen kein eigenes Büro unterhält und er viel Zeit mit Reisen verbringt, passt Co-Working perfekt zu seiner Arbeitsweise.

„Ganz offensichtlich bevorzugt die Generation Y eine komplett neue Arbeitsatmosphäre, die dazu führt, dass effizienter gearbeitet wird und eine stärkere Bindung zu den eigenen Aufgaben entsteht. Co-Working-Spaces sind eine ideale Lösung, um unseren Drang nach Flexibilität zu befriedigen“, fasst Henrici zusammen. Auf dieser Erkenntnis basiert nicht zuletzt das Geschäftskonzept seines Unternehmens: Spacebase vermittelt Meetingräume mit besonderer Atmosphäre in ganz Europa, in denen Ideen keimen und reifen können.

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