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Recruiting-Trends: Mit Snapchat und Whatsapp zu neuem Personal?

Frau schaut auf Smartphone

Foto: www.pixabay.com

Die Zukunft der Personalgewinnung ist mobil – da sind sich Recruiter einig. Mehr als 55 Millionen Deutsche sind heute online, über die Hälfte surft via Tablet und Smartphone. Mit dem Smartphone lassen sich Hotels buchen, das eigene Bewegungsprofil erstellen oder Lebensmittel ordern. Warum dann nicht auch per Handy zum neuen Job? Dass sich Bewerber diese Art der Jobsuche wünschen, ist den Unternehmen inzwischen zwar bewusst. Es hapert jedoch an der Umsetzung: Eine Studie von monster zeigt, dass in Deutschland lediglich 44,7 Prozent der Top-1.000-Unternehmen und nur 7,7 Prozent der mittelständischen Unternehmen ihre Karriereseiten für mobile Endgeräte optimiert haben. Die Stellenausschreibungen sind nur bei etwa einem Drittel mobilfähig. Und obwohl die Nutzung von Social Media immer noch eine Herausforderung darstellt, ist sie immer mehr Bestandteil des Recruiting-Alltags. Neben den etablierten Plattformen wie Facebook, Xing oder LinkedIn kommen neue Player wie Whatsapp oder Snapchat ins Spiel.

Dabei dienen die sozialen Netzwerke nicht nur als Kanal für Stellenausschreibungen, sondern auch zum Employer Branding, Active Sourcing und zur Information über Kandidaten. Während Unternehmen Facebook häufig dazu nutzen, Imagewerbung zu betreiben, veröffentlicht eine steigende Zahl an Betrieben ihre Stellenanzeigen auf Xing und LinkedIn. Gleichzeitig suchen sie dort nach geeigneten Kandidaten und recherchieren Zusatzinformationen von Bewerbern. Twitter dient den Recruiter vor allem zur Direktansprache mittels privater Nachricht oder zum Posten von Jobtweets.

Neue Wege, neue Plattformen

Nachdem Snapchat vor kurzem Twitter als drittpopulärstes Soziales Netzwerk unter den 18-34-Jährigen abgelöst hat, ist es im englischsprachigen Raum ebenfalls als Recruiting-Tool für junge Talente in den Fokus gerückt. Snapchat bietet nicht nur die Möglichkeit Fotos zu posten, die nach ein paar Sekunden wieder verschwinden; mit dem Snapchat Feature „Stories“ können Videoclips erstellt werden, die 24 Stunden sichtbar sind. Neben Youtube bietet nun auch Snapchat die Möglichkeit mit Videoinhalten auf einem nicht-traditionellen Weg den Bewerbern einen Blick hinter die Kulissen zu erlauben und die Unternehmenskultur kennenzulernen. So nutzt Goldman Sachs als erster Finanzdienstleister die Plattform, um mit 10-Sekunden Recruiting-Clips Millennials für eine Karriere im Bankensektor zu begeistern. Auch einige Colleges nutzen die Plattform bereits, um Nachwuchs anzuwerben.

Eine Vorreiterroller im Personalmarketing hat Daimler Anfang des Jahres eingenommen. Über Whatsapp konnten potentielle Bewerber eine Mitarbeiterin einen Tag lang begleiten und Fragen stellen. Die Nachfrage war so groß, dass nicht alle Interessierten an der Whatsapp-Gruppe teilnehmen konnten, da Whatsapp-Gruppenchats sind auf 100 Teilnehmer beschränkt. Und auch die Anzahl der Fragen war so überwältigend, dass Daimler zusätzlich private Chats zur individuellen Karriereberatung eingerichtet hat.

Mittlerweile sind auch andere große Unternehmen auf den Zug aufgesprungen. So haben etwa auch McDonalds und ProSiebenSat1 Whatsapp als mobilen Kommunikationskanal gewählt, um in einen direkten und aktiven Austausch mit ihrer Zielgruppe zu treten. Ziel dieser Kampagnen ist es, das Unternehmen erlebbar zu machen, einen Einblick in den Arbeitsalltag zu geben und sich als innovativen, medienaffinen Arbeitgeber zu positionieren.

Schlagen Whatsapp & Co etablierte Kommunikationswege?

Doch so erfolgreich diese neuen Ansätze scheinen mögen, sie werden herkömmliche Kommunikationswege nicht ersetzen können. Laut einer neuen Studie von softgarden wünschen sich Bewerber den direkten und persönlichen Kontakt zum Arbeitgeber, bevorzugen dabei aber das Telefon. Dabei gilt es zu erwähnen, dass das Durchschnittsalter der Befragten bei 31,5 Jahren lag. In dieser Zielgruppe empfinden es nur 31 Prozent der Bewerber als Gewinn, einen persönlichen Ansprechpartner über Whatsapp erreichen zu können. 64 Prozent erachten eine telefonische Hotline für sinnvoll oder sogar sehr sinnvoll. Immerhin 66 Prozent wünschen sich schon vor der Bewerbung Kontakt zu den potentiellen Kollegen.

So vielfältig die Zielgruppen von Recruitern sind, so vielfältig sind die Möglichkeiten sie zu erreichen. Neue Plattformen schaffen neue Chancen für „Guerilla-Recruiting“ und somit Möglichkeiten, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Recruiter und Unternehmen müssen Strategien entwickeln, um im „War for Talents“ zu bestehen und qualifizierte Mitarbeiter für ihr Unternehmen gewinnen zu können. Dazu sollten sie wissen, wo sie ihre Zielgruppe finden und Mut für Neues mitbringen.

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3 Comments

  1. Das Szenario mit Whatsapp birgt auch ein wunderbares Business-Szenario seitens des Facebook-Konzerns. Damals als 1. April Scherz verfasst, wohl wissend, dass alle Voraussetzungen für ein „Going-Live“ schon verfügbar wären:
    https://persoblogger.wordpress.com/2014/04/01/facebook-erweitert-whatsapp-mobile-recruiting-durchbruch/

  2. Nicht nur die mobile Personalgewinnung liegt im Trend. Ich hab hier noch weitere Studien zu aktuellen Trends in der HR-Brnache gefunden: https://www.hrblue.com/w1/hr-trends

  3. In allen Branchen muss man sich dem Markt anpassen und hier bedeutet es einfach, über Whatsapp Personal zu gewinnen. Da dies auch immer noch von fast jedem genutzt wird, ist und bleibt es eine gute Sache.

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