Battle-Premiere auf der Zukunft Personal: Generation Silberhaar versus Gen Y

HR Battle

Foto: Jauch

Zwischen den Babyboomern und Vertretern der Gen Y liegen Welten, glaubt man unzähligen Studien, Wissenschaftlern und Personalberatern. Eine Bühne für den Kampf der Generationen schuf die Zukunft Personal 2015: Beim ersten HR-Battle stieg Thomas Eggert (Geschäftsführer der BEGIS GmbH) als Vertreter der Generation Silberhaar in den Ring, seinen Gegenpart übernahm Stefan Nette (Human Resources Advisor bei Cushman & Wakefield LLP). Keiner von beiden ging k.o. – das Endergebnis nach Klatschvolumen lautete stattdessen: „Unentschieden“.

Babyboomer schuften, Generation Y chillt – diese Aussage wollte Stefan Nette schon im vergangenen Jahr nicht auf sich sitzen lassen. Ausgelöst durch einen gleichlautend überschriebenen Beitrag von Thomas Eggert lieferten sich die beiden Kontrahenten im Netz eine hitzige Debatte. Im Zuge dieser Auseinandersetzung sind sie sich aber offensichtlich nähergekommen, wie ihre erste persönliche Begegnung in der koelnmesse zeigte. Dort fanden sie zu einem sehr versöhnlichem Fazit: Nicht die Alten oder die Jungen sind doof (faul, verbohrt, zwanghaft, ängstlich…), sondern das gern befeuerte Schubladendenken schüre Vorurteile, Ängste und Ressentiments. „Alles Mumpitz“, wetterte Eggert. „Da wird ein Thema hochgekocht, das es gar nicht gibt!“

Doch wie sind sie denn nun wirklich, die Vertreter der Gen Y – Wandler der Arbeitswelt oder selbstherrliche Faulenzer? „Wir haben Ziele und Ambitionen, auch wenn wir nicht unbedingt eine steile Karriere anstreben.“ Diese Feststellung ist Stefan Nette wichtig. Die ständige Rede vom Fachkräftemangel habe hohe Erwartungen in seiner Generation geweckt. „Wir gehen mit sehr viel Selbstbewusstsein in den Markt, wurden aber auch so erzogen.“ Die Unternehmen warten nur auf euch – von wegen: Aus seiner Sicht lasse sich dies nicht belegen. „Mit 32 Jahren wünsche ich mir auch mal etwas Planungssicherheit. Nicht gleich einen lebenslänglichen Job, aber doch mal eine feste Stelle für fünf Jahre.“ Trotzdem: Die Arbeit muss Spaß machen, das Unternehmen zum Verhalten passen, andernfalls wird nicht gekuscht, sondern gekündigt. „Ich will authentisch bleiben.“ In dieser Hinsicht wünscht sich Nette auch „mehr Mumm“ von den Älteren.

„Ich zähle zu den geburtenstärksten Jahrgängen. Wir waren froh, überhaupt eine Arbeit zu finden. Das hat uns geprägt“, erklärt Thomas Eggert, warum er und seine Altersgenossen ungleich stärker an ihren Jobs hängen. „Kündigen war in meiner Generation gar keine Option. Wo man gelernt hat, da ist man auch geblieben.“ Andererseits sei seine Generation nicht per se unflexibel und hinterm Mond – schließlich habe sie die Computer entwickelt. „Ich könnte auch als Babyboomer mit Laptop im Biergarten arbeiten.“

Überhaupt, die Digitalisierung. „Ich mag das Label Digital Natives nicht“, erklärt Nette. Er sei nicht in einer Playstation geboren und kenne – wider Erwarten – auch nicht jedes Programm. Grundsätzlich sollte man offen sein für die Konzepte und Vita der anderen. „Die Arbeitswelt positiv gestalten, das ist nur gemeinsam zu schaffen!“ Viel entscheidender als die Generationenzugehörigkeit seien die Persönlichkeit und die aktuelle Lebensphase, meint auch Eggert. Am Ende gibt es also zwei Sieger. Vielleicht hatte sich der ein oder andere im Publikum mehr Zoff erhofft. Wie auch immer – das neue Format HR-Battle ist vielversprechend.

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