Zukunft Personal Blog

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Employee Branding statt Employer Branding: „Wir durchlaufen eine echte Revolution“

Die Technik ist damit die Basis für eine intensivere Beziehungsarbeit?

Ja, genau. Auf der einen Seite sitzen die Leute in der Straßenbahn und unterhalten sich nicht mehr –früher aber auch nicht, mal ehrlich gesagt, da haben sie halt in Zeitungen oder in Bücher geschaut. Und auf einmal haben alle so ein kleines Gerät und kommunizieren mit wem auch immer. Diese Technologie macht es möglich, dass sich der Otto-Normal-Verbraucher eine eigene Meinung bilden kann oder, wenn er mitbloggt, in gewisser Weise selbst meinungsbildend sein kann, zumindest in seinem persönlichen und somit auch in seinem beruflichen Umfeld. Eine besonders überzeugte Mitarbeiterin, die für ihre Firma brennt, wird andere damit anstecken. Das bedeutet, zukünftig sollten Mitarbeiter ganz anders ausgewählt werden. Nämlich nach dem Kriterium: Wer ist wirklich begeisterungsfähig?

Wo ziehen Sie die Grenzen zwischen persönlichen Interessen und denen des Unternehmens?

Der amerikanische Online-Händler Zappos hat vor circa einem Jahr beschlossen, keine Jobanzeigen mehr zu schalten. Das gab ein richtiges Aufstöhnen in der HR Community. Die haben dort ein neues Organisationssystem installiert, genannt Holacracy. Das hat nicht allen Mitarbeitern gefallen und Zappos hat sogar noch Prämien gesetzt für den Ausstieg, damit der neue Geist des Unternehmens wirklich von allen mitgetragen wird. Circa 600 Mitarbeiter von rund 2.000 sind gegangen. Etwas Ähnliches hat ja auch Keynote-Speaker Werner Kilzer von Philips Österreich auf der Personal Austria 2013 berichtet. Philipps hat das Unternehmen mit einer systemischen Organisationsberatung neu kreiert und es in relativ kurzer Zeit geschafft, unter den Top Arbeitgebern Österreichs zu landen. Was mir zu denken gegeben hat: Manche Mitarbeiter haben (so Kilzer) daraufhin das Unternehmen verlassen. Weil sie sich nicht verändern wollten, sondern ihren Job so weitermachen wollten wie bisher.

In der Kernfrage geht es also immer darum, was ist der Zweck, wofür steht die Firma, wofür sind wir da? Jeder einzelne Arbeitnehmer muss sich klar darüber werden: Warum will ich hier arbeiten? Passt das überhaupt? Oder mache ich das nur für Geld? In letzterem Fall landet er sicher früher oder später in einem Burn-out.

Wie wird aus Employer Branding Employee Branding?

Arbeitnehmerprofile werden zehnmal so häufig besucht wie ein Unternehmensprofil. Deshalb empfehle ich Arbeitgebern ja auch, Arbeitnehmerprofile ins Zentrum zu stellen und mit Arbeitnehmern als gleichberechtigten Partnern zu reden. Da kann man zum Beispiel sagen: Dein Profil bei Xing sieht nicht so toll aus. Du machst weder vernünftig Werbung für deine Professionalität noch für uns. Wir haben hier aber jemand in der Personalentwicklung, der sich perfekt mit Social-Media-Profilen auskennt und dir hilft, dein Profil so zu gestalten, wie du das für dich und deine Karriere brauchst. Denn wenn du dich professionell darstellst, ist das automatisch auch gut für uns.

Über Michael Rajiv Shah
Michael Rajiv Shah, geboren 1965 bei Düsseldorf, ist seit 2007 als Social Business Networking und PreSales Professional in Wien aktiv. Bevor er seine Leidenschaft für das Netzwerken in den Social Media entdeckte, sammelte der Berater, Business-Coach, Autor, Blogger und Ideengeber vielfältige Erfahrungen in der Sozialarbeit mit Kindern und SeniorInnen, absolvierte eine kaufmännische Laufbahn im Einzelhandel und in der Textilbranche, erwarb Management-Fähigkeiten als Business-Entwickler und arbeitete im Vertrieb eines Finanzdienstleisters. Er ist unter www.networkfinder.cc  als Blogger aktiv.

Treffen Sie Michael Rajiv Shah auf der Personal Austria 2015 in Wien! Auf der 14. Messe für Personalwesen vertieft er dieses Thema im Keynote-Vortrag  mit dem Titel „E=MC² der Quantensprung vom Employer Branding zum Employee Branding“.

Mittwoch, 04. November 2015, 12.15  Uhr bis 13 Uhr, Personal Austria, Messe Austria, Halle C, Praxisforum 3

 

 

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7 Comments

  1. Edeltrude Grundner

    14. September 2015 at 20:36

    Mir gefällt die Idee der Unterstützung durch den Arbeitgeber für das Anlegen eines Profils in XING oder anderen Social Media Foren. Somit werden gut und professionell gestaltete Mitarbeiterprofile zu Marketingträgern für das Unternehmen aber auch für den/die MitarbeiterIn selbst. Jedes Unternehmen freut sich die besten MitarbeiterInnen bei sich im Unternehmen zu haben……und MitarbeiterInnen die für ihre Tätigkeit „brennen“ identifizieren sich mit dem Unternehmen und finden meist jene Arbeitsbedingungen und Wertschätzung vor, die sie benötigen um ihre Arbeit effektiv und zufriedenstellend auszuführen. Somit werden sie zu Werbeträgern und wer weiß, vielleicht benötigen wir in Zukunft wirklich keine Stellenanzeigen mehr, denn es finden sich die Personen von selbst, die gerne und gut miteinander arbeiten wollen.

    • Liebe Edeltrude, das freut mich!

      Wie gesagt es ist eine leise (r)Evolution in diese Richtung, aber ich denke, dass der Weg Unternehmen aus dem Zentrum heraus zu entfalten unumgänglich ist. Die Zukunft Personal Messe 2015 hat mir auf jeden Fall das Gefühl gegeben, wohin die Zukunftsreise geht.

      Alles Liebe
      Mi(chael) Sha(h)

      • Interessanter Beitrag, Danke.
        Aber warum ist seit Mai 2015 Funkstille auf dem Blog des Herrn Michael Rajiv Shah? Hat er dies aufgegeben oder nutzt er Social Media nicht mehr?
        Freundlichst
        Urs

        • Lieber Herr Prof. Dr. Gattiker,

          herzlichen Dank für Ihr Lob und Recherche. In der Tat habe ich seit Frühjahr diesen Jahres unter der networkfinder.cc Domain recht wenig gebloggt. Das heisst allerdings nicht, dass ich nicht mehr blogge 😉

          networkfinder.cc hat sich extrem auf XING & LinkedIn fokussiert. Wie Sie ggf. auch aus dem Inhalt dieses Beitrags mutmaßen können, langweilen mich die Entwicklungen beider Business Netzwerke.

          Das Blog bzw. die Kernthemen XING Profile, LinkedIn Profile, Unternehmensprofile sowie kununu sind so gut in Suchmaschinen platziert, dass ich dort aktuell keine Beiträge mehr veröffentliche. Traffic & Leads haben sich dadurch nur so unwesentlich verändert, dass ich mich mit neuen Ufern beschäftige.

          Ein neues Blog https://hrfuture.wordpress.com, in dem ich mich persönlich (unbezahlt) engagiere, ist der eines indisch/schweizer StartUps, auf dem ich die mich bewegenden Themen zu Arbeiten 4.0, Corporate Happiness, NewWork etc. veröffentliche.

          Auch Ihre Wahrnehmung bezüglich meiner persönlichen Social Media Aktivitäten sind richtig. Allerdings habe ich mich nach gut 8 Jahren exzessivem persönlichen Engagements wegen zu hoher http://bit.ly/GeschwindigZeit aus dem zurückgezogen, was keinen Umsatz bringt.

          Meine Aktivitäten als Contentproducer sind heute überwiegend in Kundenauftrag (als Ghostwriter) geschriebene SEO optimierte Texte und Corporate Blogposts auch im Rahmen o.g. Themenspektrums.

          Nochmals herzlichen Dank für Ihr aufmerksames Nachhaken :-)

          Ihr
          Michael Rajiv Shah

  2. Lieber Herr Shah

    Vielen Vielen Dank für diese SUPER Antwort… Ich bin froh, dass ich nicht der Einzige bin 😉 der seine Zweifel hat, was der Lärm auf LinkedIn, Xing oder Facebook eigentlich bringt.

    Ich bin halt immer noch der Meinung, dass die Blogs langfristig gesehen das Meiste bringen in Sachen Corporate oder Personal Brand. Die Fachbeiträge auf ihrem Blog kann ich somit auch noch nach Wochen finden dank der Suchmaschinen.

    Auf Xing Diskussions-Gruppen oder aber auch auf LinkedIn ist dies schon nach 2 Tagen für Otto Normalverbraucher fast unmöglich.

    Ich hoffe schwer, dass sie einen neuen Anfang machen auf ihrem persönlichen Blog. Ich würde mich auf den nächsten Eintrag sehr freuen.

    Ich sehe schon wir telefonieren bald :-) Uebrigens, dieser Blog hat ebenfalls gute Daten im Netz (Dialog, usw.) http://drkpi.de/php/ranksite.php?url=blog.zukunft-personal.com/de/

    Schönen Abend wünsche ich
    Freundlichst
    Urs

    • Danke Herr Prof. Dr. KPI 😉

      Lärm auf XINGedIN & Co. ist ein gutes Stichwort. Der Lärm ist „nur“ der Umsatzbringer für die Plattformen selber. Dieser lenkt leider allzu sehr von den eigentlichen USPs ab. Das Netzwerk an sich, das sehr wohl Umsatzbringer sein kann, wenn richtig betrieben.

      Allerdings ist es müssig gegen die Marketingmaschinerie der Plattformen zu schreiben. Selbst dann, wenn man Zahlen, Daten und Fakten hat, die beweisen, dass der wahre Nutzen im stillen Hintergrund liegt.

      Da Sie KPI-Dr sind ein paar KPIs zu XINGedIN, die nirgends zu finden sind, ausser man rechnet selber nach:

      http://bit.ly/FPM-KPI
      http://bit.ly/Xununu14-Reichweite-Mitarbeiterprofile
      http://bit.ly/Xununu14-Jobs-bei-XINGedIN

      Wir haben also etwas Futter zum Telefonieren. Auch wenn ich keine akademischen Titel aufzuweisen habe.

      Bis bald
      Michael Shah

      • Lieber Herr Rajiv

        Danke für diese vielen Infos. Die Daten sind sehr interessant. Natürlich, auch wenn ich einer Firma auf Xing folge (z.B. LinkedIn) heisst dies noch lange nicht, dass ich diese Seite dann auch lese oder die Updates sehe.

        Es gibt z.B. seit 2012 Daten aus den USA die zeigen, 61% der Facebook Nutzer belieben dem Social Network für Wochen fern. Dies bedeutet, dass sie natürlich diese Status Updates gar nicht sehen in den 2 oder 3 Wochen wo sie weg sind.

        https://www.flickr.com/cytrap/8453111346/

        Ich denke da spielen sich ähnliche Dinge auf LinkedIn oder Xing / Kununu ab.
        Ja da haben wir einiges zu besprechen :-)
        Merci
        Urs

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