Der berühmte Psychologe Kurt Lewin, der in diesem Jahr 125 Jahre alt geworden wäre, sprach vom „Unfreezing“, dem „Auftauen“, das unbedingt notwendig sei, um bei Menschen die Bereitschaft für Veränderungen zu erzeugen. Wer als Trainer oder Personalentwickler das Gefühl, wachgerüttelt zu werden, einmal am eigenen Leib erleben will, sollte in diesem Jahr zur „Zukunft Personal“ nach Köln fahren. 

Dort kann er von Rednern wie Thomas Sattelberger erfahren, wie es ist, wenn Führungskräfte gewählt werden und Teams die Gehälter ihrer Teamleiter bestimmen – ganz abgesehen davon, dass bei den Start-ups, die ihre HR-Konzepte auf einer Sonderfläche präsentieren, eh keiner mehr den Chef fragen muss, bevor er seine Entscheidungen trifft. Wachgerüttelt von dem, was durch den „New-Work“-Ansatz an radikalen Veränderungen droht, wird sich dann so mancher Trainer (noch rechtzeitig) fragen, was aus seinen etablierten Führungstrainings werden soll. Wer braucht in Zukunft noch ein Seminar „Mitarbeitergespräche führen“, wenn sich die Hierarchien weiter auflösen?

Und natürlich gibt es auch noch jede Menge Veränderungsdruck durch Open Education, Adaptive Learning, People Analytics und Education Hacking: Die Bildungsangebote sollen so schnell wie möglich ständig frei verfügbar sein, eine hohe Individualität aufweisen und über interaktive Medien transportiert werden. Dieses aktivierende Gefühl des Unfreezings sollte man sich in diesem Jahr einfach gönnen.

Über den Autor

pichler_online2Martin Pichler ist seit 1999 Chefredakteur der Zeitschrift wirtschaft + weiterbildung, die der Fachverlag Haufe-Lexware in Freiburg im Breisgau herausgibt. In dieser Position kennt er sich hervorragend in der Weiterbildungsszene aus: Er beobachtet laufend aktuelle Marktentwicklungen, stellt Angebote für Training, Coaching oder E-Learning auf den Prüfstand und bewertet diese aus Sicht der Praxis.

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