Test zur Messung von unternehmenskulturellen Merkmalen – der Kulturmatcher

Okay, dass (unternehmens-)kulturelle Passung wichtig ist, darüber besteht Konsens. Darüber dass Unternehmenskultur aber schwer greifbar ist, letztlich auch. Wir haben uns bei CYQUEST daher vor gut anderthalb Jahren daran gemacht, einen Test zu entwickeln, der unternehmenskulturelle Merkmale quantifizierbar macht – den Kulturmatcher.

Dieser Test ist inzwischen so weit entwickelt, dass wir ihn am 10.9. im Rahmen der HR-Edge in Hamburg erstmals als beta vorstellen und den anwesenden Teilnehmern zum Ausprobieren an die Hand geben wollen. Ein paar Tage später werde ich den Test dann im Rahmen von Meet the Blogger bei der Zukunft Personal in Köln dabei haben.

In aller Kürze lässt sich der Kulturmatcher wie folgt beschreiben:

„Gibt´s da nicht ne App für?“

Wir haben uns bei der Gestaltung des Tests genau dies zur Leitmaxime gemacht. Genauso wie wir inzwischen die Verkehrsnavigation, das Banking oder sogar die Wahl des Lebens-/Sexualpartners oftmals Apps anvertrauen, ist dieser Anspruch inzwischen auch bei der beruflichen Orientierung und Arbeitgeberwahl nicht mehr zu leugnen. Wir haben uns daher auch beim Kulturmatcher stark von mobilen Apps inspirieren lassen, d.h. dass man „den Test“ erstens komfortabel mit mobilen Endgeräten bearbeiten kann und dass das zweitens auch vergleichsweise flott geht.

Zudem kommt das Messverfahren mit sehr wenig Text aus – auch das ist dem Mobile First Gedanken bei der Entwicklung zu verdanken. Das ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil Psychologen ja immer ein wenig die Tendenz haben, ihre Items sehr wortintensiv zu formulieren, und dadurch (junge) Bewerber, die kompakte Infos und eine schnelle Kommunikation (Twitter, WhatsApp etc.) gewohnt sind, langweilen oder gar abschrecken. Beim Kulturmatcher hingegen wird mit einer Kombination aus (kurzem) Text und dazu passender Illustration gearbeitet. Dieses innovative Itemformat hat den wunderbaren Begleiteffekt: Es wird nicht nur der Kopf angesprochen, sondern auch der Bauch. Das eine oder andere Augenzwinkern ist mit dabei und die Bearbeitung macht Spaß.

KuMa_2

Quelle: CYQUEST

Das Ergebnis ist dann eine ausführliche Bestandsaufnahme kultureller Merkmale, z.B. hinsichtlich Autonomie, Leistungsorientierung, Integrität oder Gemeinschaftlichkeit. Diese Bestandsaufnahme kultureller Merkmale kann für unterschiedlichste Zwecke genutzt werden. So kann dadurch beispielsweise ein Nutzer ein konkretes Profil hinsichtlich seiner „Wunschkultur“ erhalten, oder ein Unternehmen (oder ein Unternehmensbereich oder eine Unternehmensabteilung etc.) kann den Kulturmatcher nutzen, um eine konkrete Darstellung des aktuellen Ist-Kulturprofils zu erreichen.

KuMa_5

http://blog.recrutainment.de/wp-content/uploads/2015/08/KuMa_5.png

Und na klar, wenn auf zwei Seiten mit dem gleichen Instrument entlang der gleichen Dimensionen gemessen wird, dann eignet sich das wunderbar zum Matching. Von daher heißt das Testverfahren auch Kulturmatcher oder kurz: KuMa.
Nun, wie gesagt, der Kulturmatcher ist noch nicht ganz fertig und wird stetig wissenschaftlich weiter entwickelt. Auch nach der offiziellen Markteinführung wird es zunächst eine Reihe von Pilotprojekten mit verschiedenen Firmen geben. Von daher bin ich selber sehr gespannt, wo letztlich die Reise hingehen wird. Ich persönlich glaube, dass die Möglichkeit, unternehmenskulturelle Merkmale bereits in der Anbahnung eines möglichen Beschäftigungsverhältnisses konkret zu beziffern, ganz neue Chancen für die Personalgewinnung bzw. für das Matching bietet. Von dahinter ebenfalls am Horizont auftauchenden Möglichkeiten des „Big-Data Matchings“ auf Basis kultureller Passung ganz zu schweigen…


 

Über den Autor

Jo-Diercks_online

Joachim Diercks ist Geschäftsführer der CYQUEST GmbH – The Recrutainment Company. Er ist Gastdozent für Personalmanagement und webgestützte Eignungsdiagnostik an der Hochschule Fresenius in Hamburg. Diercks studierte BWL an den Universitäten Hamburg und Berkeley und ist Autor verschiedener Fachartikel sowie regelmäßiger Referent bei Fachkongressen zu E-Recruiting- und Social Media-Themen. Er bloggt unter http://blog.recrutainment.de und twittert unter http://twitter.com/recrutainment. Treffen Sie Joachim Diercks am Mittwoch, 16. September, um 9 Uhr bei „Meet the Blogger“ in der Blogger Lounge der Zukunft Personal.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on Google+Email this to someone

Seiten: 1 2