Ralf-Hocke_online

Foto: Fotostudio Franz Pflügl

Kurz-Interview mit spring-Geschäftsführer Ralf Hocke zum Messemotto der Zukunft Personal

Erstmals präsentiert sich die Zukunft Personal in diesem Jahr mit einem Messemotto. Es lautet: „arbeiten 4.0 – Personalmanagement im digitalen Wandel“. Über die Hintergründe und Trends, die sich in diesem Zusammenhang abzeichnen, spricht Ralf Hocke im Interview. Seit September 2014 ist er Geschäftsführer des Veranstalters spring Messe Management GmbH in Mannheim, einer Tochter der Deutschen Messe AG. Vertiefende Einblicke in seine Sicht auf das Personalmanagement im Mittelstand gibt er zudem in einem Gespräch mit Manager-Wissen vor 9.

Herr Hocke, die Messe Zukunft Personal 2015 haben Sie unter das Motto „arbeiten 4.0“ gestellt. Was hat Sie zu dieser inhaltlichen Ausrichtung veranlasst?

Hocke: Die Arbeitswelt steht gerade vor einem radikalen Umbruch, einer neuen industriellen Revolution. Vernetztes Arbeiten unabhängig von Zeit und Ort, Zusammenarbeit zwischen Menschen und Maschinen und ein damit einhergehender Wertewandel der Mitarbeiter sind nur einige der Dinge, die dabei auf uns zukommen. Diese Entwicklung müssen auch Akteure im Personalmanagement aufgreifen und mit neuen innovativen Lösungen angehen. Das Motto reflektieren wir insbesondere in drei Thementagen: Am 15. September geht es um „Digitale Transformation“, also vorwiegend um die Digitalisierung der Personalarbeit. Am 16. September spiegeln wir den Paradigmenwechsel von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmermarkt mit dem Thema „Candidate Experience“. Neue Formen der Arbeitsorganisation und Zusammenarbeit stehen am 17. September mit dem Thementag „New Work“ im Mittelpunkt.

Welche neuen Ansätze beobachten Sie dazu beispielsweise im Personalmanagement?

Innovative Personalverantwortliche versuchen sich insgesamt viel flexibler auf verschiedene Bedürfnisgruppen in der Arbeitswelt einzustellen. Ein Ansatz sind zum Beispiel generationengerechte und lebensphasenorientierte Arbeitszeitregelungen oder Karrieremodelle. Zudem befindet sich die Personalentwicklung in einem starken Wandel. Zum einen müssen die Beschäftigten im Zeitalter von „arbeiten 4.0“ neue Kompetenzen mitbringen, etwa bei der Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen – da entstehen teilweise ganz neue Jobprofile. Zum anderen muss Weiterbildung heute on the job laufen, mit dem Computer als Lernpartner oder im Austausch mit Kollegen. Es geht um einen individuellen Ansatz gegenüber den Ansprüchen der Mitarbeiter und um eine Kommunikation auf Augenhöhe.

Um strategisch in Sachen „arbeiten 4.0“ voranzukommen ist zudem eine gute Datenbasis unerlässlich. Solide strategische Arbeit lässt sich zwar nicht automatisieren, aber die passende Technik erleichtert das Thema enorm – auch weil Personaler durch technische Erleichterungen mehr Zeit für strategische Konzepte bekommen. Eine größere Datenaffinität kann auch auf eine agilere Personalarbeit einzahlen. Wenn Personalverantwortliche jederzeit die richtigen Analysedaten zur Verfügung haben, können sie schneller auf Personalengpässe reagieren.

Wo stehen die Personalabteilungen da heute?

Big Data ist für Personalmanager noch sehr neu. Wir haben dazu eine Trendstudie mit der Humboldt Universität zu Berlin und dem Institut IQP durchgeführt. Die Ergebnisse waren doch sehr ernüchternd. Zwar führen schon etwa 14 Prozent der Unternehmen HR-bezogene Big-Data-Projekte durch, davon wurden aber nur 9 Prozent aus den Personalabteilungen heraus betrieben. 44 Prozent der von uns befragten Unternehmensvertreter planen nichts in der Richtung. Es fehlt am Personal mit der entsprechenden Expertise, den Tools und den Budgets. Da ist noch viel Luft nach oben.

Warum macht ein Messemotto in diesem Zusammenhang für die Messe Zukunft Personal Sinn?

Wir möchten die aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen und Top-Themen der HR-Szene noch stärker bündeln – und so einen roten Faden durch die Themenvielfalt der Messe legen. Diese bietet nicht nur für die Medien vielfache Anknüpfungspunkte, sondern auch für die Aussteller, die sich zu dem Thema besonders herausheben können. „arbeiten 4.0“ ist ein gesellschaftlicher Trend, den Personaler nicht ignorieren können. Das Thema bietet vielfältige Chancen, um den Wertbeitrag von innovativem Personalmanagement für Unternehmen transparenter zu machen. Uns geht es dabei also auch um die Außenwahrnehmung von HR: Mit dem Motto „arbeiten 4.0“ möchten wir zeigen, dass sich der Personalbereich einmischt in die wichtigen Zukunftsthemen der Wirtschaft. Dazu halten wir dann mit der Messe auch die konkreten Lösungsansätze bereit.


Lesetipp: Auf Manager-Wissen vor 9 finden Sie ein ausführliches Interview mit Ralf Hocke über die Anforderungen im Personalmanagement mittelständischer Unternehmen.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on Google+Email this to someone